Donnerstag, 9. August 2012

Wadi Haddad - einer der Köpfe der PFLP

Wadi Haddad * 1927 in Safed, Palästina; † 28. März 1978 in Ostberlin), auch bekannt als Abu Hani, war ein führender Terrorist der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).
Haddad wurde als Sohn griechisch-orthodoxer Eltern in Safed im heutigen Israel geboren. Sein Vater war Lehrer an einer weiterführenden Schule in Haifa. Dort erhielt auch Wadi Haddad seine Schulausbildung. Während des Palästinakriegs im Jahr 1948 floh er mit seiner Familie in den Libanon. Hier begann er ein Medizinstudium an der Amerikanischen Universität Beirut und traf zum ersten Mal auf George Habash. Zusammen gründeten sie die Bewegung der arabischen Nationalisten (ANM), die panarabische Ziele verfolgte und israelische Gebiete unter ihre Kontrolle bringen wollte.



Nach seinem Abschluss ging er zusammen mit Habash nach Amman, Jordanien und errichtete eine Klinik. Dort arbeitete er 1956 mit dem UNRWA zusammen, wurde aber unter dem Vorwurf umstürzlerischer Umtriebe gegen das Königshaus unter Arrest gestellt. 1962 gelang ihm die Flucht nach Syrien. Ab 1963 sprach sich Haddad für einen bewaffneten Widerstand und terroristische Aktionen gegen den von ihm als zionistische Besatzer bezeichneten Staat Israel aus. Nach dem Sechstagekrieg ging der palästinensische Arm der ANM, unter der Führung von George Habash, in die PFLP über. Haddad wurde der Führer des militärischen Arms der PFLP, die an der Organisation von Anschlägen auf israelische Ziele beteiligt war. Unter anderem war er 1968 an der Planung der ersten Flugzeugentführung der PFLP beteiligt, bei der eine Maschine der israelischen Airline El Al gekapert wurde.  Am 6. September 1970 entführte die PFLP fast zeitgleich drei Flugzeuge der Fluggesellschaften BOAC, Swissair und TWA. Die Entführung einer vierten Maschine der Airline El Al durch eine Gruppe unter der Leitung von Laila Chalid misslang. Die Flugzeuge mussten auf dem sogenannten Dawson Field, einem stillgelegten Flugplatz der britischen Armee, nahe der Stadt Zarqa in Jordanien landen. Die Entführer forderten die Freilassung palästinensischer Gefangener im Austausch gegen die Geiseln. Während den Verhandlungen wurde am 9. September 1970 eine fünfte Maschine der britischen Airline BOAC von einem PFLP-Sympathisanten unter seine Kontrolle gebracht und als Druckmittel für die Freilassung der inzwischen in London verhafteten Laila Chalid eingesetzt. Die Maschine landete ebenfalls auf dem Dawson Field. Schlussendlich wurden alle Geiseln freigelassen und die Flugzeuge gesprengt. Diese Ereignisse wurden als Teil des sogenannten Schwarzen September bekannt. Haddad wurde seitens der PFLP stark kritisiert und ihm wurde untersagt, weitere Ziele außerhalb Israels anzugreifen. Er gründete daraufhin die Volksfront zur Befreiung Palästinas - Externe Operationen (PFLP-EO) als Unterorganisation innerhalb der PFLP. Wadi Haddad wurde 1976 von der PFLP ausgeschlossen, die von ihm gegründete Splittergruppe PFLP-EO bestand aber weiter. Zwei Jahre vor seinem Tod organisierte Haddad die Entführung eines Flugzeugs der Fluggesellschaft Air France, das nach dem Start in Athen, Griechenland entführt wurde. Die Entführung wurde mit der Operation Entebbe beendet. Haddad gilt auch als Drahtzieher hinter der Entführung des Flugzeugs Landshut zur Unterstützung der Rote Armee Fraktion. Haddad starb am 28. März 1978 in Ost-Berlin, damals DDR, und wurde in Bagdad, Irak beerdigt. Zur genauen Todesursache gibt es widersprüchliche Angaben. Zum einen wird behauptet, dass er an Leukämie starb. Einem Film zufolge starb Haddad durch Schokolade, in die der Mossad ein langsam wirkendes Gift eingespritzt hatte. Der Film belegt dies durch Aussagen von führenden Personen des Mossad, des israelischen Auslandsgeheimdienstes, sowie durch Informationen von der Stasi-Unterlagen-Behörde.