Sonntag, 26. Februar 2023

Uralthistorie: Rasenspielclub Austria - D´Hergottschnitzer

 

Die älteste Austria

 

Am 17. Mai 1896 wurde der „Rasenspielclub Austria“ gegründet. In seiner konstituierenden Sitzung bestimmten die Mitglieder folgende Positionen:

Vorsitzender: Alfred Hronek

Erster Obmann: Johann Schmelzer senior

Zweiter Obmann: Alfred Hronek

Kassier: Joseph Buchmann

Erster Kapitän: Johann Schmelzer junior

Zweiter Kapitän: Franz Andrä

Die Vereinsadresse damals war im 9. Wiener Gemeindebezirk, Nußdorfer Straße 78. Von 1896 bis 1898 absolvierte der Rasenspielclub Austria viele Wettspiele, ehe er – zumindest was die Erwähnung in den Zeitungen betrifft – 1899 vollkommen verschwand. Bereits Ende März 1898 hat sich dieses Zurückziehen angekündigt, da in einer Austrittswelle viele Spieler den Verein verliessen. Wenn man den Einträgen in sozialen Netzwerken glauben kann, so wurde der Verein 1904 in „Alpinverein D‘ Hergottschnitzer“ umbenannt, den es noch heute gibt. Namen alpiner Schutzhütten: Herrgottschnitzer-Haus, Gutensteiner Alpen (kreiter.info) Somit gibt es den Rasenspielclub Austria in anderer Form noch heute. Der Sportplatz war das „Exercierfeld Klosterneuburg“ in Klosterneuburg Weidling, wo sie ihre Heimspiele austrugen.





Nachgewiesene Spiele:

11.10.1896: Wiener Fussballclub – Rasenspielclub Austria 4-0

14.3.1897: Rasenspielclub Training – Rasenspielclub Austria 8-0

28.3.1897: Sportclub Hungaria – Rasenspielclub Austria 0-2

4.4.1897: Sportclub Hungaria – Rasenspielclub Austria 1-3

25.4.1897: FC Vindobona – Rasenspielclub Austria 2-4

23.5.1897: Rasenspielclub Training – Rasenspielclub Austria 2-1

7.11.1897: Sportclub Hungaria – Rasenspielclub Austria 4-2

28.11.1897: Rasenspielclub Austria – Sportclub Hungaria (Ergebnis unbekannt)

5.12.1897: Rasenspielclub Training – Rasenspielclub Austria (Ergebnis unbekannt)

8.12.1897: Vienna Cricket and Football Club II. – Rasenspielclub Austria 4-1

17.4.1898: Vienna II. – Rasenspielclub Austria 6-0

15.5.1898: Rasenspielclub Austria – Vindobona 0-3

9.10.1898: Vienna – Rasenspielclub Austria (Ergebnis unbekannt)

Insgesamt dürfte der Rasensportclub Austria in seiner aktiven Zeit 13 nachgewiesene Spiele absolviert haben, davon 3 gewonnen haben, bei 3 Spielen gibt es kein nachgewiesenes Ergebnis, während der Rest der Spiele verloren wurde. Allerdings – und das ist im Gegensatz zu vielen anderen jungen Vereinen gab es nur eine hohe Niederlage, nämlich jene gegen den Rasenspielclub Training mit 0-8. Trotzdem stellte die Fussballsektion des Rasenspielclubs Austria ihren Spielbetrieb Anfang 1899 ganz offenbar ein, 1904 folgte dann die beschriebene Umbenennung.

Herrgottschnitzer Hütte, St.Corona, Wechselgebirge, wandern und genießen, einfach nur gut für Körper, Geist und Seele ... (mimm.at)


Die Termine der Frühjahrssaison

 Die Frühjahrssaison beginnt gleich mit einem Favoritner Derby: Der FAVAC empfängt daheim den FC 1980 Wien. Im Herbst konnte der FAVAC auswärts gewinnen, mal sehen wie es diesmal ist. Die Vorzeichen sind klar: Im Cup gewann der FAVAC gegen Ankerbrot mit 4-0 und der FC 1980 Wien verlor klar mit 0-7 bei Helfort. Eine Woche später geht es nach Schwechat raus, wo wir einen Mitkonkurrenten auf den Titel begegnen, ehe wiederum eine Woche später das zweite Favoritner Derby gegen die Wienerberg stattfindet. Wienerberg ist derzeit auf einer Talfahrt, erfahrene Spiele haben den Verein verlassen, der Trainer ist nicht unumstritten. Trotzdem - es wird schwer, ein Derby hat immer eigene Gesetze. 

Über die Donau geht es nach Stadlau, danach kommen die bei Bewerbsspielen offenbar kreativen Post SV Mannen. 

Es folgt in der Osterwoche die bereits ausgeloste, aber noch nicht fixierte Partie im "Cöp" auswärts beim LAC und damit ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Und weil es so schön ist, lädt uns der SV Donau zu sich nach Kaisermühlen ein. Sollten wir im Landescup weiterkommen, werden wir nach der Donau noch ein weiteres lustiges Spiel haben. Ein weiteres emotionales Derby folgt, Slovan kommt uns besuchen, ehe wir uns bei der Austria XIII einzufinden haben. Pferdeleberkäsesemmel inklusive (Hoffentlich). Rotschwarz Favoriten gegen Rotschwarz Simmering ist die nächste Partie und damit ein weiteres traditionelles Kräftemessen unter Freunden. 

Der 13. Mai wird dann - ein gutes Abschneiden bis dahin vorausgesetzt - wohl der Meilenstein auf dem Weg zum Titel, wir müssen zur Union Mauer hinaus und diesen Verein schlagen. Danach folgen die Rübentreter aus Mannswörth, die zu uns kommen. Da müssen wir sicherstellen, dass die nicht verstehentlich ihre "Gschraubten" mithaben, mit denen sie daheim die Felder pflügen. 

Falls wir ins Finale des Wiener Landescups kommen haben wir dann am 24.5. ein fixes Date im Praterstadion. Freitag drauf gehts dann zur Helfort und ihrer netten Kantine. 

Der Juni ist dann die Kür zur Meisterschaft, daheim gegen Abstiegskandidat ASV 13, auswärts gegen den WAF - Jägermeisteralarm - und abschliessend könnten wir bei Annahme der besten Möglichkeit eine Woche später gegen Gerasdorf daheim den Meistertitel feiern. Aber das ist natürlich alles noch theoretisch. Praktisch müss ma die Spiele erst gewinnen. Hier der Spielplan im Detail: 

Samstag, 4.3.2023, 15 Uhr: FAVAC – FC 1980 Wien

Freitag, 10.3.2023, 19 Uhr: SV Schwechat – FAVAC

Samstag, 18.3.2023, 14 Uhr: FAVAC – SV Wienerberg

Samstag, 25.3.2023, 14 Uhr: FC Stadlau – FAVAC

Samstag, 1.4.2023, 14 Uhr: FAVAC – Post SV

 

- zu spielen bis 10.4.2023: LAC – FAVAC Wiener Landescup

 

Samstag, 15.4.2023, 14.30: SV Donau – FAVAC

 

- zu spielen bis 18./19.4.2023: Wiener Landescup

 

Samstag, 22.4.2023, 14 Uhr: FAVAC – Slovan HAC

Samstag, 29.4.2023, 16 Uhr: Austria XIII – FAVAC

Samstag, 6.5.2023, 14 Uhr: FAVAC – Simmeringer SC

Samstag, 13.5.2023, 14 Uhr: Union Mauer – FAVAC

Samstag, 20.5.2023, 14 Uhr: FAVAC – Mannswörth

 

24.5.2023: Wiener Landescup Finale im Praterstadion

 

Freitag, 26.5.2023, 18 Uhr: Helfort – FAVAC *

Samstag, 3.6.2023, 14 Uhr: FAVAC – ASV 13

Sonntag, 11.5.2023, 11.15 Uhr: WAF – FAVAC

Samstag, 17.6.2023, 14 Uhr: FAVAC – SV Gerasdorf

 

 

* Vorgezogene 30. Runde

 

Die Spiele des Wiener Landescup sind terminlich noch nicht ausgelost. 

"Cöp"Sieg gegen Ankerbrot

 Die Mission geht weiter. Mit einem glatten 4-0 Sieg gegen die Ankerbrot, dem alten blauweissen Rivalen zieht der FAVAC eine Runde weiter. Bei schönem, windigen Wetter (irgendwer hat die Windmaschine aufgedreht) sahen wir ein zähes Spiel. Ankerbrot mit einer sehr kompakten Abwehr, zeitweise standen alle elf Spieler in der eigenen Hälfte, machten sie es der FAVAC schwer, zu Torerfolgen zu kommen. Zur Pause stand es immerhin 1-0 für die Rotschwarzen, nach der Pause ging es dann noch besser und wir konnten letztendlich - mittlerweile hat irgend ein Depp die Schneekanonen aufgedreht (Danke Tirol !!!) - einen sicheren 4-0 Sieg bejubeln. Damit beginnt auch das 30. Jahr der FEDAYN FAVAC mit einem guten Start in die Frühjahrssaison, an deren Ende vielleicht nicht nur der Meistertitel, sondern auch der "Cöp"Sieg im Wiener Landescup stehen könnte. Sicher, es liegen noch einige Spiele dazwischen aber man darf doch auch mal träumen. 
















Freitag, 24. Februar 2023

Der Cup gegen Ankerbrot

Morgen werden wir in der nächsten Runde des Wiener Verbandcups (ex-TOTO Cup) gegen die Mannschaft des KSV Ankerbrot antreten. Diese Mannschaft, 1920 von Arbeitern der Ankerbrotfabrik gegründet hat eine bunte Vergangenheit. In der Zwischenkriegszeit in den unteren Ligen zu finden, stieg die Ankerbrot sogar einmal in die zweite Liga - teilweise als Blauweiss Wien -  auf, ehe sie einen dauerhaften Sinkflug einschlug. Einige Fusionen später, zum Beispiel mit St. Anton haben ihren heutigen Namen zur Folge. Ihr erster Platz war innerhalb der Ankerbrotfabrik, den sie bis in die 60er Jahre hin bespielten, ehe sie ein Wanderverein wurden. Erst in den 2000ern konnten sie den ehemaligen Wienerfeldplatz übernehmen (wobei die Wienerfeld nicht unschuldig dran war) und spielen heute in der Oberliga A. Anbei zwei Fotos: Die vermutlich erfolgreichste Ankerbrotmannschaft und der alte Ankerbrotplatz in der Fabrik. 



 

Sonntag, 19. Februar 2023

Roma - Zvezda

 


Unnützes Gimmick

 Das Testspiel gegen den ASK "Yps" aka Ybbs hatte nicht den erhofften Gimmick dabei. Der FAVAC verlor gegen die Niederösterreicher mit 1-3 wobei wir selber nicht wissen, wie das zustande gekommen ist. Egal - es war trotzdem lustig. Der Wind ließ die Transparente flattern, milde Temperaturen machten Durst auf mehr und der Besuch aus dem Ländle hatte auch seinen Spaß. Prost !









Ein kurzer Seitenhieb nach Dornbirn: "Don´t plug and play !"




Donnerstag, 16. Februar 2023

Roma - Delje - Napoli

 

Italienische Medien berichten Näheres über den Angriff der Delje-Ultras auf die FEDAYN Roma: so sollen Informationen, wo genau sich die Fahnenträger der Romanisti befunden haben aus einer internen Quelle kommen. Ebenso spekuliert wird auch, dass die Ultras von Napoli ihre Finger hier mit im Spiel gehabt haben sollen. Beide Fangruppen, nämlich jene von Delje und Napoli haben seit 2018 ein enges Bündnis miteinander. Vor allem gegen Roma, die ja für den Tod von Toni Exposito beim Cupfinale verantwortlich sind.

Im Wust dieser Medienberichte werden auch die gestohlenen Fahnen der FEDAYN aufgezählt: Neben den beiden bereits online gestellten Fahnen „Via Livilla“ und „Anti Fan Zone“ sollen auch die Jubiläumsfahne FEDAYN sowie die historische Fahne „Brigata Roberto Rulli“, wohl eine der ältesten Fahnen Italiens erbeutet worden sein. Ob das alles so stimmt, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Die Zeit wird es aber weisen, ob diese Gerüchte auch tatsächlich stimmen. Spätestens beim nächsten Heimspiel könnte diesbezüglich Aufklärung gegeben werden.


Assalto ai Fedayn Roma, l'ipotesi della spia. Caccia al basista della Stella Rossa (romatoday.it)

Mittwoch, 8. Februar 2023

Quo Vadis Ostbahn XI?

 Der in Wien-Simmering getötete 43-Jährige ist vermutlich der Ex-Nationalteam-Fußballer Volkan Kahraman.

Der 43-Jährige, der am Mittwoch kurz vor 12.00 in Wien-Simmering von einem 46-Jährigen erschossen worden ist, ist laut vorerst unbestätigten APA-Informationen um den Ex-ÖFB-Fußballer Volkan Kahraman. Eine offizielle Bestätigung zur Person der Opfers vonseiten der Polizei lag vorerst nicht vor.

46-Jähriger erschoss 43-Jährigen nach Streit in Wien-Simmering

Der 46-Jährige zog nach derzeitigem Ermittlungsstand nach einem Streit eine Faustfeuerwaffe, schoss auf seinen Kontrahenten und verübte danach Suizid. Zahlreiche Zeugen der Tat und mögliche Angehörige der beiden Toten waren auch zwei Stunden später noch am Tatort. Mehrere Personen gaben dort gegenüber der APA an, dass es sich bei dem Opfer um den Ex-Fußballer handeln würde. Nachdem sich ein Disput zwischen ihm und dem 46-Jährigen von einer Café-Bar auf die Straße hinaus verlagert habe, soll der Ältere dort dann die Waffe gezogen haben.


Toter 43-Jähriger in Wien-Simmering vermutlich Ex-Nationalteam-Fußballer - Vienna Online


Mord und Suizid: Wohl Ex-ÖFB-Kicker getötet

Heute Vormittag sind in Simmering auf der Straße zwei Personen tot aufgefunden worden. Ein 46-Jähriger soll im Zuge eines Streits auf einen 43-Jährigen geschossen haben. Dann habe sich der Mann mit der Waffe selbst erschossen. Bei dem 43-Jährigen soll es sich um Ex-ÖFB-Nationalspieler Volkan Kahraman handeln.

Mehrere Medien und die APA berichten, dass es sich bei dem 43-Jährigen um Kahraman handeln soll. Eine offizielle Bestätigung der Polizei steht noch aus. Laut dem bisherigen Kenntnisstand soll es vor den Schüssen zu einem Streit der beiden Männer in einem Lokal gekommen sein. Der Disput verlagerte sich schließlich ins Freie, wo dann die Schüsse fielen. Die Einsatzkräfte wurden gegen 11.40 Uhr alarmiert, jegliche Reanimationsmaßnahmen verliefen erfolglos, sagte Polizeisprecher Daniel Fürst. Bisher gibt es keine Hinweise auf die Gründe für die Tat, das Landeskriminalamt ermittelt.

Mord und Suizid: Wohl Ex-ÖFB-Kicker getötet - wien.ORF.at

Sonntag, 5. Februar 2023

Napoli - Rom - Delje

 Napoli und Roma sind schon seit langem verfeindet. Diese Feindschaft hat sich durch den Tod von Ciro Exposito beim Cupfinale 2014 - er wurde von einem Romafan erschossen - weiter gesteigert. Anfang Jänner kam es dann auf der durch den Tod von Gabriele Sandri - er wurde 2007 durch einen Polizisten ereschossen - berühmt gewordenen Raststätte bei Arezzo zu einer neuerlichen Auseinandersetzung: Hunderte Fans beider Lager lieferten sich eine regelrechte Straßenschlacht, die Autobahn musste stundenlang gesperrt werden. 



Nun erlebte dieser Konflikt eine neue Dimension: Zurückkehrende Ultras der FEDAYN Roma von ihrer Auswärtsfahrt bei Empoli wurden von Fans von Delje (Roter Stern) angegriffen. Laut FEDAYN Roma überfielen 50 Serben vier ihrer Gruppenmitglieder und raubten ihnen Flaggen der Gruppe, laut Delje griffen diese die Romafans an, die die Flucht ergriffen. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen wurden die Flaggen erbeutet. 

Einige Quellen (?) berichteten, dass Delje den Tip für diesen Überfall von Fans aus Napoli erhalten haben. Delje spielte zwei Basketballspiele in Italien.


Im Nachgang dieser Auseinandersetzung gab es ein Communicato der Curva Nord Milano, in dem sie diese Art der Auseinandersetzung zwischen Mannschaften, die nicht gegeneinander spielten, ja nicht einmal eine regionale Beziehung haben, scharf verurteilen. Dies gehe gegen den Kodex der Ultrabewegung, ihrer Art und ihrer Lebensweise. 

Wie es weitergeht - man kann gespannt sein!

Samstag, 4. Februar 2023

Buchbesprechung


 

Kleine Geschichte des österreichischen Fußballs in 90 Minuten

von Klaus Dermutz

 

Anmerkungen zum Buch

 

Klaus Dermutz versucht in diesem Buch die Höhepunkte des österreichischen Fussballs zu erzählen. Die Anfangszeit, die großen Erfolge und die Neuzeit mit all ihren Höhen und Tiefen. Sprich, ein Buch über den österreichischen Fussball.

Als Steirer hat er die Anfänge des Grazer Fussballs perfekt beschrieben, Namen, Daten und Geschichten stimmen soweit man es auch aus den diversen Publikationen der damaligen Zeit entnehmen kann. Das Onlinearchiv der Österreichischen Nationalbibliothek ANNO gibt hier einiges als Stoff her.

Eine Anmerkung zum Entstehen des österreichischen Fussballs – und Österreich-Ungarn war damals das zweitgrösste Land in Europa – hätte ich noch: Der (österreichische) Fussball hat seine Wurzeln weder in Graz noch in Wien sondern in Prag. Der Prager Verein „Regatta“ war der erste (deutschsprachige) Verein der Doppelmonarchie. Von Prag aus begann der Siegeszug des Fussballs in die gesamte damalige Doppelmonarchie, die heute ein Dutzend Länder umfasst.

Bei der Erzählung des Wiener Fussballs ist Klaus Dermutz dann schon ein wenig ungenau: Sicher, die beiden ältesten Wiener Vereine, die Vienna und die Cricketer hat er perfekt beschrieben, obgleich er es unterließ zu erwähnen, dass die Cricketer seit mindestens 1892 Fussball betrieben, aber den ersten Verein, der nicht von Engländern in Wien gegründet wurde hat er nicht erwähnt.

Seinen Ursprung hatte dieser Verein im 1887 gegründeten „Deutsch-österreichischen Turnverein“, der sich wiederum aus dem 1861 entstandenen „Ersten Wiener Turnverein“ abgespaltet hatte, da in letzteren aufgrund eines „Arierparagrafen“ keine jüdischen Sportler tätig sein durften. Im Mai 1896, einige Zeitungen geben den 18. Mai an, gründete sich eine Fussballmannschaft, die sich dann im Jahre 1898 in „Wiener FC von 1898“ umbenannte. Er ist somit der drittälteste Verein Wiens. Leider erfolgte die Auflösung schon 1903.

Ebenfalls nicht berücksichtigt wurde, dass es in Wien im Jahre 1896 bereits sieben Fussballvereine gab: Vienna, Cricketer, Dt-öst.Turnverein vulgo Wiener FC, FC Vindobona, Rasenspielclub Austria (nicht mit der Wiener Austria zu verwechseln), Sportclub Training und FC Olympia.

Dazu gab es bereits einen Spielplan, der vom „Comitee zur Abhalten von Fussballspielen“ erstellt wurde. Zum Rasenspielclub Austria sei noch zu sagen, dass dessen Gründungsdatum mit 24. Mai 1896 angegeben wurde (die erste Versammlung war laut Neuem Wiener Tagblatt am 17. Mai), er somit der viertälteste Verein in Wien war. Leider stellte er bereits vor der Jahrhundertwende nach 13 nachgewiesenen Fussballwettspielen das Fussballspielen ein und widmete sich dem Alpinsport. 1904 erfolgte dann die Umbenennung in „Alpinverein D‘ Hergottschnitzer“, den es noch heute gibt. Gespielt  hat diese Ur-Austria am alten Exerzierfeld in Klosterneuburg.

Ich denke, dass diese interessante Geschichte sicherlich auch ihren Platz im Buch finden hätte müssen.

Den ersten Challenge-Cup behandelt das Buch auch ausführlich und inhaltlich vollkommen korrekt, dass es der erste Wettbewerb in Österreich-Ungarn war ist aber nicht richtig. Im damaligen Böhmen, heute Tschechien wurde am 4. April 1896 eine „Böhmische Meisterschaft“ ausgeschrieben, an der auch die deutsch-böhmischen Mannschaften teilnahmen. Der erste böhmische Meister wurde der „Deutsche Fussballclub Prag“. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der beste Verein Prags, die „Regatta“ an dieser Meisterschaft nicht teilnahm, einen Grund dafür konnte ich jedoch nicht finden.

Die Meisterschaft von Böhmen 1896 im Detail:

15. November:

DFC Prag – Slavia Praha 4-2

Sparta Praha – FC Praha 6-0

22. November:

DFC Prag – FC Praha 11-0

Sparta Praha – Slavia Praha, nicht stattgefunden, da zwei Spieler der Slavia als Schüler nicht konnten.

29. November:

DFC Prag – Sparta Praha 3-1

Slavia Praha – FC Praha, nicht stattgefunden, da zwei Spieler der Slavia als Schüler nicht konnten.

 

In Wien gab es wie schon geschrieben das „Comitee zur Abhalten von Fussballspielen“ welches Wettspiele abhielt. Es war also, wenn man so will, der Vorläufer des Challenge-Cups. Der Unterschied zum Challenge-Cup war der, dass es zwar einen Spielplan gab, aber keine Meisterschaftstabelle. Es ist anzufügen, dass die Cricketer diesen Wettspielplan regelmässig vor der Vienna und dem FC Training gewannen, würde man die Partien in Punkte umrechnen.

Ebenfalls nicht erwähnt wurden die Anfänge des Fussballsports in Baden, dort wurde am dortigen Gymnasium bereits 1896 die erste Mannschaft aufgestellt (die zeitweise eine Zweigstelle der Vienna war), zwei Jahre später gab es am Schwechater Gymnasium eine Mannschaft. Der Badner AC 1899 ist daraus ebenso entstanden wie der heutige SV Schwechat, der 1903 als Germania Schwechat gegründet wurde. Herzogenburg, der heute als ältester niederösterreichischer Verein gilt, ist ebensowenig erwähnt. Ebenfalls unerwähnt ist der Spielbetrieb in Mödling seit 1899.

Immerhin waren damals sowohl die heutigen Wiener als auch niederösterreichischen Vereine in einem Bundesland (Wien wurde erst 1922 vollständig unabhängiges Bundesland, obgleich die Trennung bereits 1920 beschlossen wurde) vereint. Damit wäre es aus meiner Sicht auch ein Streitpunkt, ob das Burgenland (1921 vollständig bei Österreich) oder Wien das jüngste Bundesland der Republik ist.

Aber sei es drum, der Rest ist stimmig. Ich hätte mir nur gewunschen, dass diese durchaus faszinierenden Geschichte – auch die Streitigkeiten um Spielerlaubnisse und Platzbenützungen – in dem Buch zumindest Erwähnung gefunden hätten.

Der Rest des Buches ist dann die gewohnte Geschichte des Wiener- bzw. Österreichischen Fussballs, wie wir ihn allgemein kennen. Es ist ein amüsant geschriebenes Buch mit vielen Details, die nicht allgemein bekannt sind, leider fehlen über die Anfangszeit wie oben beschrieben einige wichtige Fakten zur Bewertung der rasanten Entwicklung des Fussballsports.

Eine Anmerkung zum im Buch genannten Gründungsjahr 1897 für den Sportklub Rapid (1. Wiener Arbeiterfussballverein): Es gibt in der mir zur Verfügung stehenden Literatur keinen einzigen Beweis, dass dieses Datum stimmt, im „Neuen Wiener Tagblatt“ wird der Verein erstmals am 5. Mai 1898 genannt. Mit dieser Nennung des Vereines kann man davon ausgehen, dass die Meldung bei der Vereinsbehörde an diesem Tag erfolgt ist. Alles andere ist – wie auch bei der Vienna und den Cricketern – nur eine nette Geschichte. Bekanntlich steht in der Vereinschronik der Cricketer, dass der Verein bereits 1892 mit dem Fussballspielen begonnen hat, die Vienna bzw. ihre Gründer haben spätestens ein halbes Jahr später wenn nicht sogar zeitgleich mit dem Kicken begonnen. Die offiziellen Gründungsdaten beider Vereine sind jedoch der 22. Bzw. 23. August 1894. Ähnliches gilt in Graz, wo bereits Ende 1893 bzw. mit dem ersten Spiel auf heutigem österreichischen Boden vom 18. März 1894 begonnen wurde. Der damalige Akademisch-Technische-Radfahr-Verein gilt ja auch als Vorläufer des GAK. Für Baden gilt das natürlich auch, da es den Badener AC noch heute gibt. Damit ist auch zu hinterfragen, welches Ziel der SK Rapid bzw. der ÖFB allgemein mit diesem ominösen Datum erreichen will.

Aber gut, das ist halt die österreichische Fussballgeschichte. Der Tagblattpokal findet ja auch nur marginale Erwähnung, obgleich es sich um die erste österreichische Meisterschaft handelt, die in zwei Ligen ausgespielt wurde. Meister wurde dreimal hintereinander der WAC, der damit eigentlich der erste Wiener (österreichische ?) Meister ist. Leider erkennt der ÖFB diese Meisterschaften nicht an. Die Länderspiele, die unter der Patronanz der „Österreichischen Fussball Union“ abgehalten wurden, sind jedoch in den Annalen des ÖFBs vorhanden. Alles ein wenig indifferent. Österreich halt.