Mittwoch, 22. Januar 2014

Neuigkeiten aus Köln (ist ja eine Fusballseite hier)


Am Vereinsheim der „Boyz“ in Weidenpesch sind Montagnachmittag die Rollläden heruntergelassen. Auf der Klingel des FC-Fanclubs steht kein Name, nur die Anschrift des unscheinbaren Mietshauses. Am Samstagmittag war hier deutlich mehr Betrieb. Ultra-Fans und Hooligans aus Köln und Dortmund sollen sich vor dem Haus getroffen haben. Immer mehr Autos, teilweise mit Dortmunder Kennzeichen, seien gegen zwölf Uhr vorgefahren, berichtet ein Augenzeuge. Männer mit schwarzen Jacken seien ausgestiegen, anhand der Kleidung seien sie nicht als Fußballanhänger erkennbar gewesen. Gegen 13 Uhr seien sie in Straßenbahnen gestiegen und zum Rudolfplatz gefahren.

Dort gingen zwei Stunden später mitten auf der Straße vor dem Steakhaus Maredo ungefähr 200 Chaoten aufeinander los: Kölner und Dortmunder auf der einen, Schalker und angeblich auch Gladbach-Ultras auf der anderen Seite. „Die Schlägerei war verabredet. Man hatte auch vereinbart, dass man das mitten in der Innenstadt macht und nicht irgendwo auf dem Acker“, erzählt ein Insider, der nach eigener Aussage den „Boyz“ nahesteht. Die Initiative sei von den Schalkern ausgegangen.

Gegen 14.30 Uhr sammelten sich ungefähr 100 Beteiligte unmittelbar vor der Schlägerei an einem Parkdeck an der Rubensstraße. Zwei Zeuginnen beobachteten, wie sich die dunkel gekleideten Gestalten absprachen, einige waren maskiert: „Sie hatten Wachposten an der Straße aufgestellt, die die anderen warnten, wenn Polizei vorbeifuhr.“ Einer habe „Bullen“, gerufen, die anderen seien daraufhin zurückgewichen.

Die Polizei hatte frühzeitig Kenntnis, dass sich Fußballchaoten aus Köln, Dortmund und Schalke zu einer Schlägerei treffen wollten – nur wo genau, das wussten die Beamten lange nicht. Daher besetzten sie die Innenstadt „schachbrettartig“ mit Hundertschaftseinheiten, um im Zweifel sofort zur Stelle zu sein, erklärt ein Beamter. Das hat funktioniert: Wenige Sekunden, nachdem die Schläger auf den Ringen aufeinander losgegangen waren, preschten schon Polizisten dazwischen.