Donnerstag, 11. Oktober 2012

Karl-Marx-Städter Unruhen....

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Dienstag, 21. August 2012 16:57 Uhr
Stellungnahme des Chemnitzer FC zu den Vorkommnissen beim DFB-Pokalspiel am 20.08.2012
Der Chemnitzer FC ist über die Vorkommnisse im Rahmen des gestrigen DFB-Pokalspieles gegen die SG Dynamo Dresden schockiert und distanziert sich von diesen unmissverständlich.

Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass derartige Vorkommnisse und Handlungen weder in unserem noch irgendeinem anderen Stadion etwas zu suchen haben.

Wir entschuldigen uns für rassistische Äußerungen einiger, sogenannter Fans, ganz ausdrücklich bei Mickael Potè und dem Verein SG Dynamo Dresden sowie für das Abbrennen von Pyrotechnik.

Wir sind der Ansicht, dass diese Handlungen nicht von Fans und Unterstützern des Vereins sowie des Fußballes stammen, sondern es sich bei diesen Personen um Kriminelle handelt.

Sobald einzelne Personen bzw. Personengruppen einwandfrei ermittelt sind, wird der Verein alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten von Sanktionen und Bestrafungen gegen diese Personen ausschöpfen. Dies schließt das Geltend machen von Schadensersatzansprüchen ein.

Aufsichtsrat und Vorstand des Chemnitzer FC e.V.
 
Donnerstag, 23. August 2012 14:27 Uhr
Chemnitzer FC ergreift in Auswertung der Vorkommnisse beim DFB-Pokalspiel erste Maßnahmen
Der Chemnitzer FC hat in den vergangenen Tagen die Geschehnisse zum Pokalspiel gegen Dynamo Dresden intensiv ausgewertet und folgende, erste Schritte eingeleitet:

1. Die Stadionordnung des Chemnitzer FC wird kurzfristig überarbeitet und entsprechende Konkretisierungen vorgenommen. So z. B. hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes von Stadionbesuchern und deren noch konsequenteren Umsetzung. Hierzu zählen insbesondere die Verschärfung des Verbotes des Tragens von Kleidung, sichtbaren Tattoos und Körperschmuck mit rassistischen und extremistischen Hintergrund und dessen noch konsequentere Umsetzung.

2. Dem bisher durch die Polizei ermittelten Täter wurde ab sofort ein bundesweites Stadionverbot in derzeit maximal möglicher Höhe von 3 Jahren ausgesprochen.

Der Verein behält sich vor, nach Ablauf dieses Stadionverbotes ein Hausverbot von maximaler Dauer auszusprechen.

Gleichzeitig wird der Chemnitzer FC nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen zivilrechtliche Schritte gegen den Täter einleiten und maximal mögliche Regressansprüche durchsetzen.

Gleiches trifft auf gegebenenfalls des Weiteren ermittelte Täter zu.

3.  Der Chemnitzer FC steht vorbehaltlos und im vollen Umfang hinter dem vom DFB, DFL und den Vereinen verabschiedeten Verhaltenskodex und wird diesen mit aller Konsequenz durchsetzen.



Über weitere Maßnahmen bzw. Aktivitäten werden wir kontinuierlich informieren.

Montag, 27. August 2012 09:39 Uhr
Tatverdacht gegen Nebeltopf-Zündler bestätigt / Zeugengesuch
Der Tatverdacht  gegen einen 23-jährigen Fußballfan hat sich bestätigt.  Der Mann steht seit Montagabend im Verdacht,  während des Fußballspiels Chemnitzer FC gegen SG Dynamo  Dresden im Block 3/Gegengerade einen Nebeltopf gezündet zu haben. In seiner Vernehmung gestand der 23-Jährige die Tat. Als Motiv dafür nannte er den zur Tatzeit bestehenden Torrückstand der Gastgeber-Elf und seine damit verbundene Gefühlslage.  Nach dem Hinweis eines CFC-Fans war es Polizeibeamten gelungen, den 23-Jährigen kurz nach der Tat noch im Stadion festzunehmen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei in diesem  und einem weiteren, gleichartigen Fall (wegen Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz) sind noch nicht abgeschlossen.
Im zweiten Fall war von einem oder mehreren Unbekannten im Block 5, links unterhalb der Anzeigetafel, nahezu  zur selben Zeit ein Nebeltopf gezündet worden. Die Ermittler interessiert u.a., wer sich unmittelbar oder in der Nähe beider Tatorte aufgehalten hat und in irgendeiner Art und Weise durch das Zünden bzw. den Qualm beeinträchtigt oder geschädigt wurde. Betroffene werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.
Darüber hinaus erbitten die Kriminalisten Hinweise zu dem oder den Tätern im Block 5.  Unter Telefon 0371 387-3445 nimmt die Kriminalpolizei Chemnitz Zeugen- und andere sachdienliche Hinweise in diesen beiden Fällen entgegen.

Quelle: Medieninformation Nr. 451 der PD Chemnitz-Erzgebirge vom 24. August 2012

Mittwoch, 29. August 2012 16:26 Uhr
Offener Brief der Drittligamannschaft des Chemnitzer FC e.V.
Wir - Spieler, Trainer, Betreuer und sportliche Leitung der 1. Mannschaft des Chemnitzer FC - wenden uns heute mit diesem offenen Brief direkt an unsere Fans und Anhänger. 
Mit Entsetzen, Unverständnis und Wut haben wir die Vorkommnisse am Rande des DFB-Pokalspieles gegen Dynamo Dresden wahrgenommen.
Wir distanzieren uns auf das Schärfste von derartigen Handlungen und stehen uneingeschränkt hinter den vom Verein in den vergangenen Tagen veröffentlichten Erklärungen und Maßnahmen. 
Wir und alle wahren Anhänger der Himmelblauen verabscheuen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Dies gilt ebenso für Pyrotechnik in unseren Stadien. Was bitte haben Knaller und Rauchbomben in unseren Fußballstadien zu suche? Pyrotechnik gefährdet Besucher und Spieler in gleichem Maße. Die Vergangenheit hat das oft genug deutlich gezeigt. 
Wir hoffen, dass die Verantwortlichen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ausfindig gemacht und bestraft werden. 
Unser Appell geht an alle vernünftigen und fairen, himmelblauen Fans:
Wir lassen uns unseren Sport und unseren CFC nicht von einigen wenigen Unbelehrbaren kaputt machen.
Lasst uns alle gemeinsam und aktiv diese vermeintlichen Fans aus unserem Stadion an der Gellertstraße verbannen! 
Rassisten und Gewalttäter haben bei unseren Spielen nichts zu suchen! 
Wir bitten dabei alle echten CFC-Fans eindringlich um Unterstützung!
Die Spieler, Trainer, Betreuer und sportliche Leitung der 1. Mannschaft des Chemnitzer FC e.V.
Selim Aydemir
Silvio Bankert
Marcel Baude
Thomas Birk
Torsten Bittermann (Co-Trainer und Mannschaftsbetreuer)
Christoph Buchner
Maik Ebersbach
Jörg Emmerich (Sportdirektor)
Anton Fink
Dr. med. Jörg-Uwe Fischer (Mannschaftsarzt)
Benjamin Förster
Dr. med. Dirk Harlos (Mannschaftsarzt)
Holger Hiemann (Torwart-Trainer)
Florian Hörnig
David Jansen
Maik Kegel
Hermann Kretschmann (Athletik-Trainer)
Manfred Kupferschmied (Vorstand Sport)
Josip Landeka
Sebastian Lange (Sportphysiotherapeut)
Anton Makarenko
Philipp Pentke
Sascha Pfeffer
Andreas Richter (Co-Trainer)
Gerd Schädlich (Chef-Trainer)
Stefan Schmidt
Tino Semmer
Fabian Stenzel
Carsten Sträßer
Alexander Tetzner (Sportphysiotherapeut)
Toni Wachsmuth
Marcel Wilke

Montag, 03. September 2012 12:16 Uhr
Ermittlungstechnische Maßnahmen im Rahmen des Halle-Spieles
Im Rahmen des Drittligaspieles des Chemnitzer FC gegen den Halleschen FC wurden am Samstag ermittlungstechnische Maßnahmen im Zusammenhang mit den Vorkommnissen zum DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden durchgeführt. Bei diesen handelt es sich um präventive Maßnahmen zur Verhinderung erneuter Störungen, wie sie im Spiel gegen Dresden stattgefunden haben und im Vorfeld des Halle-Spieles angekündigt wurden.
Daraufhin erfolgten im Verlaufe der 1. Halbzeit des Drittligaspieles durch den  Sicherheitsdienst des CFC im Zuschauerblock 5 Personenfeststellungen und Zuführungen zur weiteren Ermittlungstätigkeit an die Polizei. Dabei handelte es sich um ca. 30 Personen, die auch in Verdacht stehen, an den Vorkommnissen zum Pokalspiel gegen Dynamo Dresden beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittlungsmaßnahmen der Polizei hierzu sind im Gange.
Im Zuge dieser Maßnahmen verließen Teile der Fans im Bereich Südkurve ebenfalls das Stadion. Um den weiteren störungsfreien Fortgang des Spieles zu gewährleisten, wurde aus Sicherheitsgründen zirka 5 Minuten nach Wiederanpfiff der zweiten Spielhälfte der Wiedereintritt von außerhalb des Stadion befindlichen Personen unterbunden.
Der Chemnitzer FC bedauert, dass im Zuge dieser Maßnahmen unbeteiligte Personen betroffen gewesen sind. Der Verein entschuldigt sich hierfür ausdrücklich. Betroffene können sich in der Geschäftsstelle des Vereins telefonisch unter 0371/56158-10 melden sowie per Email an fichtner[at]chemnitzerfc.de wenden. Der Verein wird sich bei den Betroffenen in geeigneter Form erkenntlich zeigen.
Die ergriffenen Maßnahmen sind nicht gegen die tatsächlichen Fans des Vereins gerichtet, sondern insbesondere auch im Interesse aller tatsächlichen Fans der Himmelblauen vorgenommen worden. Der Verein  hofft, dass die Fans die Notwendigkeit der Maßnahmen im Sinne der Ermittlungstätigkeit sowie der auch zukünftigen Sicherheit aller Besucher der Spiele des Chemnitzer FC erkennen und Verständnis dafür aufbringen.
Der Verein bringt des Weiteren seinen Wunsch und seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Fans auch zukünftig die Mannschaft tatkräftig, stimmungsvoll und fair unterstützen. Die durchgeführten Maßnahmen dienen der grundsätzlichen Sicherheit bei der Durchführung unserer Heimspiele und sind daher im Sinne aller Besucher des Stadions an der Gellertstraße vorgenommen worden.

Donnerstag, 20. September 2012 09:15 Uhr
Vorkommnisse beim DFB-Pokalspiel gegen die SG Dynamo Dresden
Der Chemnitzer FC hat dem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses auf eine Gesamtgeldstrafe von 25.000,00 Euro zugestimmt. Dies geschieht insbesondere vor dem Hintergrund der erfolgten Einzelgeldstrafen, die in Bezug auf die diskriminierenden Rufe der Mindeststrafe und in Bezug auf das Abbrennen von Pyrotechnik der ständigen Rechtsprechung entsprechen.

Unmittelbar nach Vorliegen des schriftlichen Urteils wird der Chemnitzer FC gegen den ermittelten Täter, der die Tat bereits gestanden hat, zivilrechtliche Schritte einleiten und Regressansprüche in Höhe der Einzelgeldstrafe geltend machen. Gleiches trifft auf weitere ermittelte Täter zu.

Im Ergebnis der ergriffenen Maßnahmen nach dem DFB-Pokalspiel gegen die SG Dynamo Dresden sind bis jetzt gegen 10 Personen straf- bzw. ordnungsrechtliche Schritte eingeleitet, in deren Folge u. a. Stadionverbote unterschiedlicher Laufzeit ausgesprochen wurden. Gegenwärtig laufen weitere umfangreiche Ermittlungen.

Donnerstag, 27. September 2012 15:30 Uhr
Drei Gruppierungen im Stadion unerwünscht
Im Zuge weiterer Erkenntnisse nach dem DFB-Pokalspiel gegen die SG Dynamo Dresden können verbotene Handlungen im Stadion nunmehr eindeutig drei Gruppierungen zugeordnet werden.

Der Chemnitzer FC verbietet deshalb jegliche Symbolik der Gruppen Squadra Celeste, Kaotic und Ostpack. Diesen Gruppen zu zuordnende Personen sind im Stadion an der Gellertstraße einschließlich der dortigen Fanhalle unerwünscht und werden je nach Stand der Erkenntnisse mit Hausverbot bzw. Stadionverbot belegt.



Die Sachsen mussten bei der 0:2-Niederlage gegen den VfL Osnabrück vor nur 4100 Zuschauern antreten, die zudem kaum Stimmung verbreiteten. Vor allem im Fanblock der Ultras klaffte eine große Lücke, da diese Gruppierung das Match lediglich im Fantreff im Video-Text verfolgte. "Wir sprechen hier über 50 bis 100 Fans", sagte CFC-Pressesprecher Sven-Uwe Kühn.

Nach den Ausschreitungen im Pokalspiel gegen Dynamo Dresden für die der CFC vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 25 000 Euro verurteilt worden war, weil der farbige Dresdner Mickael Poté beleidigt und Rauchbomben gezündet worden waren, hatte der Chemnitzer Club reagiert. Im Heimspiel gegen Halle machte er von seinem Hausrecht Gebrauch, übergab 25 Personen aus dem Fanblock der Polizei. Schließlich wurden gegen zehn Fußballanhänger bundesweite Stadionverbote ausgesprochen.

"Diese Aktion richtete sich ausschließlich gegen die sogenannten Fans, die durch ihr Auftreten einen geregelten, fairen und störungsfreien Ablauf des Spielbetriebes verhindern wollten und somit unserer Sportart schaden", betonte Kühn. "Dass sich nun mehrere Leute aus dem Fanblock mit diesen Chaoten solidarisieren, ist aus meiner Sicht der völlig falsche Weg", zeigte der Pressesprecher kein Verständnis und unterstrich noch einmal das Handeln des Vereins. "Wir werden weiterhin Zeichen setzen. In unserem Stadion ist kein Platz für Störenfriede und Straftäter. Deshalb greifen wir konsequent durch", meinte Kühn.

In Zusammenhang mit den Ausschreitungen suspendierte der CFC mit Kevin Vietz einen seiner Kicker, der zum Kader des U 23-Oberligateams gehört, vorläufig vom Trainings- und Wettkampfbetrieb. Er soll Kontakte zu einer der beteiligten Fangruppierungen besitzen. Über die konkreten Vorwürfe gegen den Spieler ist derzeit nichts bekannt.

Chemnitzer Anhänger: Zwei Fan-Gruppierungen im Visier des Verfassungsschutzes

Eine Meinung dazu:

Ihr habt mich falsch verstanden oder ich mich unklar/falsch ausgedrückt: Natürlich ist ein nicht geringer Teil der Chemnitzer Szene außerhalb der UC und den Kameniza Sons nationalistisch eingestellt, ich zähle mich ganz klar dazu. Und natürlich ist die New Society ganz klar nationalsozialistisch, genau wie Hoonara und das streitet keiner ab und verleugneut auch niemand. Ich verstehe also nicht, wieso ihr jedes Mal aufs neue so tut, als wäret ihr die ersten, die merken würden, dass hier eine oft eindeutig politische Szene steht.

Und nun zu dem Punkt, wieso wir uns nicht als Rechtsradikale bezeichnen (lassen): Viele hier leisten eine gewisse politische Arbeit, stecken also auch in dieser Szene mit drinnen. Wer die Entwicklungen Anfang dieses Jahres ein wenig verfolgt hat (u.a. die Zeit und Indymedia und Gamma sowieso berichteten), der weiß, dass hier ein Bruch mit der NPD und Teilen der Freien Szene stattgefunden hat. Das möchte ich an dieser Stelle aber nicht vertiefen, da es wirklich nichts mit unserem Verein zutun hat, PN kann aber geschrieben werden und wird auch beantwortet. Rechtsradikal/Rechtsextremist ist also ein negativ belastetes Schlagwort der Medien, ähnlich wie der Linksextremist, der sich selber so auch nicht bezeichnen würde.

Ihr urteilt hier also über einen Personenkreis, der sich selbst zwar oft nicht als Ultra bezeichnet, aber dennoch voller Leidenschaft zum CFC fährt. Dieser Personenkreis weiß, wie sehr gewisse Aktionen - wie eben z.B. Affenlaute - dem Verein schaden können und sind auch sehr darauf bedacht, solchen sinnlosen Schaden vom Verein abzuhalten. Genau deshalb wurden diejenigen, die Poté eben anstatt als Arschloch, Drecksau oder Fotze mit Affenlauten beleidigt haben, zur Ruhe gerufen und es gab danach keinerlei weiter solcher Affenlaute, auch wenn die Presse das mittlerweile (!) anders darstellt.

Für viele von uns ist Fußball und der Verein trotz aller Leidenschaft nun mal nicht alles im Leben und deshalb legen wir auch gar keinen Wert darauf, mit irgendwelchen Ultra-Szenen in Deutschland verglichen zu werden. Pyro muss für uns eben nicht bunt sein und der Support nicht italienisch wirken, schwarzer Rauch, ein paar Breslauer und einfacher Dauergesang tuns auch. Wir nehmen uns auch nicht wichtiger als wir sind und leben auch nicht von der Mauer und dem Mythos Ostdeutschland. Wir setzen uns auch nicht im Fanprojekt zusammen und zerbrechen uns den Kopf, wie wir möglichst authenthisch rüberkommen, wir steigen einfach mit 'nem Elferkasten Bier in den Bus oder Zug und haben Spaß.

 
Erklärung der "Ultras Chemnitz ´99"

Erklärung der "Ultras Chemnitz ´99" zu den letzten Wochen.


"Schwere Kost in den letzten Wochen. Beginnen wir mal nach dem Dynamo-Spiel:

Wie Ihr sicherlich mitbekommen habt, haben wir als "Ultras Chemnitz ´99" wie viele andere angefragte Fanclubs das vordiktierte Betroffenheits-Papier nicht unterschrieben.

Dem ging eine lange, konstruktive interne Diskussion voraus.

Es gibt zuviele Punkte, die gegen eine Unterschrift sprechen.

Punkt 1: Wir als "Ultras Chemnitz ´99" stehen für Dinge gerade, die wir selbst zu verantworten haben. An diesem Montag stehen wir für eine Choreo sowie die Stimmung in der Verantwortung. Für diese beiden Punkte muss man sich nicht entschuldigen.

Punkt 2: Es ist ein fragwürdiges Kollektiv-Schuld-Verhalten, bei dem sich jeder mit Asche überschüttet und wie ein Welpe auf den Rücken wirft. 14 500 sollen also schuld sein für die Vorfälle, die durch einige wenige ausgelöst wurden? Kann jeder gern halten, wie er will - wir machen das nicht.

Punkt 3: Dass der Verein öffentlichkeitswirksam mit drakonischen Aktionen handeln muss, wohl wissend, dass damit auch das anstehende Sportgerichts-Verfahren beeinflusst werden soll - dafür haben wir noch ansatzweise Verständnis.

Kein Verständnis haben wir aber für den Kollektiv-Ausschluss einzelner Fan-Gruppierungen. Sollten konkrete Verursacher der zu erwartenden Strafen gefunden werden, müssen diese für ihr Handeln geradestehen. Jetzt aber die pauschale Keule zu zücken, halten wir für eine hilflose und wenig hilfreiche Reaktion.

Punkt 4: Die plötzliche Verteufelung von Pyrotechnik, absurdeste Forderungen zur Verhinderung dieser sind teilweise unglaublich heuchlerisch. Sicherlich war der Zeitpunkt denkbar dämlich. Vielleicht war auch die Intensität der Pyro-Aktion zu groß. Aber Pyro an sich an den Pranger zu stellen, die Befürworter von verantwortungsvollem Umgang damit als blinde Idealisten und weltfremde Idioten hinzustellen, ist erschreckend arrogant, cholerisch und dumm.

Punkt 5: Wieso sollten wir Fans ein vorgesetztes Schreiben einfach so absegnen? Wo wurde mit den Fans gesprochen, als im Innenministerium wie bei einem Lemming-Kongress dieser unsägliche Verhaltens-Kodex abgenickt wurde? NULL komma NICHTS wurde mit den eigenen Fans darüber gesprochen. Diejenigen, die mit diesem Aktionismus-Produkt leben müssen.

Unsere Meinung zum Thema Politik im Stadion haben wir in der Vergangenheit oft genug geäußert. Genauso haben wir uns bereits einen Tag nach dem Spiel kurz, aber unmissverständlich auf unserer Homepage geäußert.

Einige Tage gingen ins Land. Den nächsten Nackenschlag gab es nach dem Spiel in Heidenheim, bei welchem ein richtig geiler Support zum Dienstag Abend von 300 CFC-Fans abgeliefert wurde - der offene Brief der Mannschaft, in welchem Pyrotechnik mit Gewalt gleichgesetzt wird. In welchem zur offenen Hetzjagd auf vermeintliche Nicht-Fans aufgerufen wird. Eine unfassbare Ohrfeige für alle, die trotz der Schimpf und Schande der letzten Tage die Mannschaft nach vorn gepeitscht haben.

Als wir Samstag gegen 10 Uhr am Stadion eintrafen, registrierten wir bereits die Suchhunde, das martialische Aufgebot der Polizei entlang der Schütz-Straße. Ebenso die unzähligen Beamten im Stadiongelände.

Um 11 Uhr erreichte uns aus der Sicherheits-Konferenz die Information, dass vom Zivilbeamten Wolfgang Rücker ein Dankeschön-Plakat für den scheidenden Fanprojekt-Chef verboten wurde. Grund: zu spät angemeldet. Nun gut, wir als Gruppe sind keine Bürokraten, die zig Tage Vorlauf brauchen. Dass Sicherheitsberatungen des CFC meist fünf Tage vorm Spiel stattfinden - unser Problem? Mittlerweile sowieso absurd, dass selbst harmloseste Plakate seitens des CFC genehmigt werden müssen - Zensur á la carte.

Spontan wurde daraufhin der Schriftzug "Wer verbietet, der hat Angst" vorbereitet und im Stadion präsentiert. Eine friedliche Form von Protest. Kurz darauf gingen verwunderte Blicke in den Nachbarblock: Begleitet von einer Durchsage des Stadionsprechers wurden offensichtlich willkürlich junge Fans teilweise per Fingerzeig aus dem Stadion geholt. Öffentlichkeitswirksam, für den lieben DFB, die lieben Medien, das eigene Gewissen!?

Wenn unsere Ermittlungsbehörden so gut arbeiten, wie sie immer tun - warum werden dann nicht konkrete Beschuldigte dingfest gemacht, inklusive handfester Beweise? Sondern 35 Jungs pauschal in die Hartmannstraße geschafft, denen jetzt pauschale Hausverbote mittels Gießkannenprinzip drohen?




Wir als "Ultras Chemnitz ´99" konnten diesen Eingriff in unsere Kurve durch die Staatsmacht nicht dulden. Es ist ausdrücklich kein Protest gegen die Mannschaft gewesen, als wir das Stadion verließen! Es war unsere Art, friedlich zu zeigen, dass wir mit dieser Willkür, diesem Faustschlag des Vereins in Gesichter der Kurve nicht einverstanden sind!

Vor der Fanhalle wurden als stille Protestform einige Bengalos entzündet. Ansonsten versammelten sich die restlichen Fans, die sich kopfschüttelnd solidarisierten, friedlich auf dem Parkplatz und in der Fanhalle. Selten haben wir so viele fassungslose, enttäuschte und zornige Fans erlebt, die ihren eigenen Verein und seine handelnden Personen verfluchten. Wir alle waren heute Statisten in einem schaurigen Schauspiel - unter Regie des Vereins, der dem DFB und seinen Lakaien zeigen wollte, wie ach so hart man durchgreifen würde. Auf dem Rücken der Fans wurde dem Verband zu Kreuze gekrochen! Ohne Rücksicht auf tausende CFC-Fans, die mit den Vorfällen vom Dresden-Spiel rein gar nichts zu tun hatten!

Fassungslos registrierten wir, dass Ordnungskräfte das Stadion abriegelten - keiner rein, keiner raus. Freiheitsberaubung, wie sie im Buche steht - auf Anordnung eines einzelnen Polizeibeamten ohne Uniform (auch hierfür gibts Augenzeugen)! Teilweise waren Familien getrennt, belegbare Fälle dafür gibt es. Geht´s noch? Wieviel Freiheiten bekommen die Sicherheitsleute, die Polizei denn noch im Gelände des CFC?

Anstatt in schweren Zeiten zusammenzurücken, treiben Verein und Polizei Hand in Hand weitere Keile in das ehemalige Verhältnis, reißen Gräben auf, füttern fleißig Feindbilder ein absolutes Unding und eine klare Kampf-Ansage! Dass sich am Samstag weit mehr als nur die 35 Jungs aus Block 5 angegriffen fühlten, hat man am Stadion ohne Zaunfahnen gesehen - offensichtlicher Protest gegen die Willkür im Namen des CFC. Für diesen Zusammenhalt bedanken wir uns an dieser Stelle ausdrücklich.

Für uns als "Ultras Chemnitz ´99" ist es an der Zeit, Zeichen zu setzen. Wir haben uns daher entschlossen, zumindest das Heimspiel gegen Osnabrück nicht im Stadion zu verbringen. Für weitere Heimspiele gilt dieses auch auf unbestimmte Zeit. Mit unserer Abwesenheit zeigen wir unsere Abscheu und unser Unverständnis gegenüber dem blinden Aktionismus, den dieser Verein in Zusammenarbeit - oder Abhängigkeit??? - von der Polizei an den Tag legt.

Ihr könnt uns glauben, dass uns dieser Entschluss sehr schwer fällt. Wir können aber nach so einer Veranstaltung wie am Samstag nicht einfach so zur Tagesordnung zurückkehren und heile Welt spielen.

Wir werden an diesem Tag Präsenz an und vor der Fanhalle zeigen. Wer sich anschließen möchte, ist herzlich willkommen. Gesparte Eintrittsgelder können gern als Spende für unsere Paten-Nachwuchs-Mannschaft des CFC sinnvoll investiert werden.

Dieser Status Quo gilt bis auf unbestimmte Zeit. Bis wir erkennen, dass die Verantwortlichen kapieren, dass sie aus diesem Verein garantiert keinen Polizeispielplatz machen können. Die groß gepriesene Praxis der Deeskalation ist eine Farce seit Samstag. Gefasel von Respekt vor den Fans etc. kann man auch stecken lassen.

Wir weisen ausdrücklich daraufhin, dass wir dies nicht als Protest gegen die Mannschaft verstanden haben wollen. Auswärts sind wir weiterhin präsent und geben alles. Nicht für den Verein - aber für die Jungs auf dem Platz.

Ultras Chemnitz ´99, September 2012"