Samstag, 21. Juli 2012

Sant´Elia


Von Sardinien bis an die slowenische Grenze



Dem sardischen Club Cagliari Calcio fehlt es derzeit an einer geeigneten Heimat für die höchste italienische Spielklasse. Massimo Cellino, Besitzer von Cagliari Calcio, zieht sogar einen Umzug in der „Rossoblu“ aus Sardinien in das 1.100 Kilometer entfernte Triest in Betracht.



Das 1970 eröffnete Stadio Sant’Elia, Heimspielstätte der „Rossoblu“, ist nur noch auf einer Hälfte nutzbar. Hinter beiden Toren und vor der Gegentribüne wurden im Sommer 2002 Stahlrohrtribünen installiert, um das Leichtathletikstadion in ein reines Fußballstadion zu verwandeln. Derzeit beträgt das Fassungsvermögen lediglich 14.250 Besucher und das obwohl die Lega Calcio für die erste italienische Spielklasse mindestens 20.000 Zuschauerplätze fordert. Bislang konnten die Sarden mit einer Ausnahmeregelung dennoch im Stadion spielen. Der Verbleib im Stadion ist jedoch keine Dauerlösung.

Daher gab Club-Boss Massimo Cellino im September 2007 bekannt ein neues Stadion im 8 Kilometer entfernten Elmas zu errichten. Die Finanzierung sollte durch private Investoren erfolgen, bislang ist jedoch nichts passiert. Die letzten Pläne wurden verworfen, da der Standort zu nah am Flughafen liegt. Es sieht nicht danach aus, als würde man in naher Zukunft einen geeigneten Standort finden. Der 55-jährige Vereinsboss plant daher nun schier unglaubliches. Cellino fragte bei der 1.100 Kilometer entfernten norditalienischen Hafenstadt Triest an, ob diese das Stadio Nereo Rocco für die Heimspiele gegen Inter, Catania, Chievo und Juventus zur Verfügung stellen. Die Stadt reagierte daraufhin positiv und würde das 32.454 Zuschauer fassende Nereo Rocco, Heimspielstätte von US Triestina, an die Sarden vermieten. Mit Fans könnte der Club bei seinen „Heimspielen“ wahrscheinlich nicht mehr rechnen, denn eine Überfahrt mit der Fähre von Cagliari nach Triest nimmt rund 18 Stunden in Anspruch. (Stadionwelt, 28.03.2012)