Freitag, 1. Juli 2011

Style oder kein Style – das ist NICHT die Frage




Was ist Style ? Wer hat Style ? Welcher Style ist der richtige ? Diese Frage beschäftigt heute die Ultras auf den verschiedenen Plätzen in den verschiedenen Ländern ungemein. Jeder will stylish sein, einen eigenen coolen Style markieren und Vorreiter einer Bewegung werden, die keinen Vorreiter mehr haben kann, weil sie schon zwei Generationen alt ist. Trotzdem versuchen immer wieder einzelne Leute und Gruppen, das Ding neu zu erfinden. Sei es durch die Produktion und den Verkauf von ständig neuem „Merch“, welcher zu jedem Heimspiel zu erwerben ist – Kommerz grüsst den modernen Wessi-Ultra – oder sie versuchen sich mit Bauchtasche, Jogger, Adidasschuhe, Windbreaker, schwarzer Sonnenbrille und Kappe sowie einen stylishen Seidenschal, welcher hunderttausend kleine und kleinste Details möglichst kompliziert darstellt und man daher maximal an der Farbe erkennen kann, welcher Mannschaft dieser Ultra anhängt einen eigenen gefährlich-coolen Style zu geben. Beliebt sind dann auch noch Tattoos, wobei es natürlich nicht genügt, den Namen seines Vereines auf die Haut zu bannen – nein es müssen verschwenderische Bilder in bunten Farben oder schwarzweiss sein, die man auf die Haut pieksen lässt um seine Liebe zum Verein für andere deutlich sichtbar – es gibt schliesslich viele Brillenträger die nahezu blind sind – zu machen. Blöd nur dass man sich die Liebe zu seinem Verein nicht auf sein Herz (weil nur dort gehört sie hin) tätowieren kann. Jedenfalls nicht als Lebender. Daneben gibt es aber auch kleine, feine Gruppen in den unteren Ligen, die einen ganz unverwechselbaren eigenen Style entwickelt haben. Eine dieser Gruppen ist die ESZMEK BATOR HARCOSAI des ERDI VSE, eines Drittlegisten aus dem Duna Csoport. Die Stadt selber liegt etwa 15 Kilometer südlich der Budapester Stadtgrenze auf der Bahnlinie nach Agard und Szekesfehervar. Eingeklemmt zwischen den grossen Szenen von Vidi und den Budapester Vereinen haben es sich doch einige Jugendliche im Jahr 2006 nicht nehmen lassen, etwas für ihren damals noch in der 4. Liga spielenden Verein zu tun. EBH ist geboren worden. Der Name bedeutet „Einzig Wahre Kämpfer“ und charakterisiert die Gruppe besser als alles andere. Ich habe bewusst Bilder ausgewählt, die nicht unbedingt den Wert der supporttechnischen Optik sondern den Style der Gruppe verdeutlichen. Die Bilder sind im übrigen auch die Antwort auf: Frauen beim Fussball ? Weibliche Ultras ? Geht denn das ? – Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte, die ich vielleicht auch mal erzähle......