Mittwoch, 9. April 2014

Essen gegen Duisburg

Duisburg/Essen. Das Halbfinale des Niederrhein-Pokals zwischen Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg ist von Fan-Ausschreitungen überschattet worden. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel unterbrochen, nachdem Fans der Gastgeber versucht hatten, den Platz zu stürmen. Zuvor waren zu Beginn der zweiten Hälfte im Fanblock des MSV Bengalos abgebrannt worden.
Fan-Krawalle: Pokalspiel zwischen RWE  und MSV unterbrochen
NRW-Innenminister Ralf Jäger war privat im Stadion und somit Augenzeuge der unschönen Szenen. "Wir sind alle hier, um ein wunderbares Spiel zu sehen. Und dann sehen wir, wie Chaoten die Bühne nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Das wollen wir alle nicht sehen", sagte Ralf Jäger, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, während der Unterbrechung: "Die Polizei ist gezwungen einzuschreiten, um Gewalttaten zu verhindern. Es gibt klare taktische Anweisungen. Erst wenn in den Kurven wieder Ruhe herrscht, wird das Spiel fortgesetzt."
Ein Tor am Essener Fanblock war gewaltsam geöffnet worden, ein massives Polizeiaufgebot verhinderte offenbar den Platzsturm. Schiedsrichter Guido Winkmann schickte beide Teams beim Stand von 0:0 in die Kabine. Erst nach einer knappen halben Stunde wurde die Partie wieder angepfiffen. Am Ende setzte sich der MSV im Elfmeterschießen durch. 
Tausende Fans des MSV Duisburg hatten sich am Dienstag auf den Weg nach Essen gemacht. Im Halbfinale des Niederrhein-Pokals ging es für die "Zebras" und Gegner Rot-Weiss Essen um die Chance auf eine Teilnahme am DFB-Pokal. Die Polizei war schon im Vorfeld davon ausgegangen, dass unter den Zuschauern auch einige gewaltbereite Personen waren.
Schon am Nachmittag trafen sich einige MSV-Fans in der Duisburger Innenstadt, um gemeinsam nach Essen zu fahren. Das neue Stadion an der Hafenstraße war erstmals ausverkauft. Damit alle Fans gut zum Spiel und wieder zurückkommen, stellte die Deutsche Bahn zwei Sonderzüge zur Verfügung. Von der Polizei gab es schon für die Anreise zum Spiel Anordnungen: Glasflaschen und Pyrotechnik sind in der Bahn und am Bahnhof verboten.

Die Begegnung wurde von der Bundespolizei als Hochrisikospiel eingeschätzt. Wie sie vergangene Woche mitteilte, rechnete sie damit, dass etwa 1000 gewaltbereite Fans aus beiden Lagern zum Spiel anreisen würden. Polizei und Bundespolizei waren deshalb mit einem Großaufgebot im Einsatz und bemühen sich, die Fangruppen getrennt zum Stadion zu geleiten. Etwa 300 Kräfte waren im Einsatz. 
Keine MSV-Schals auf der Hauptribüne
So war die Hafenstraße rund um das Essener Stadion weiträumig abgesperrt. Vom Bahnhof in Essen-Bergeborbeck wurden die Fans unter Polizeigeleit mit Bussen ins Stadion an der Hafenstraße gebracht. Auch friedliche Fans waren von den Maßnahmen der Polizei betroffen.
Um die Situation zwischen den Fans zu deeskalieren, hatte der Verein Rot-Weiss Essen den Anhängern des MSV Duisburg im Vorfeld des Spiels verboten, auf der Haupt- und der Gegentribüne im Stadion offen Fan-Artikel des MSV zu tragen. Hintergrund ist, dass der Verein diesen Bereich ursprünglich für RWE-Fans reserviert hatte, dann aber auch etliche Karten an MSV-Fans verkauft worden waren.
Trotz des Verbotes von Pyrotechnik in den Zügen und an den Bahnhöfen hatten MSV-Fans schon bei der Anreise so genannte bengalische Feuer am Essener Hauptbahnhof gezündet. Zuvor hatte eine Fangruppe bereits auf ihrem Weg zum Duisburger Hauptbahnhof einige Feuerwerkskörper geworfen. Davon abgesehen blieb es vor Beginn des Spiels ruhig. 

Jubel der MSV Fans und Spieler