Mittwoch, 14. Dezember 2011

Aachens Weihnachtsgeschichte.....

Stellungnahme zu den Vorkommnissen während des Spiels Alemannia Aachen gegen die BSG Wismut Aue
Während des Heimspiels vergangenen Sonntag kam es zu einem gezielten Übergriff auf unsere Gruppe und unseren Blockbereich in S6. Zum Ende der ersten Halbzeit stürmten etwa 20 bis 30 Personen, teilweise vermummt, die der Gruppierung der Alemannia Supporters und deren Umfeld zuzuordnen sind, den Block S6 und bewegten sich zielgerichtet auf unseren Blockbereich zu. Wenige Minuten zuvor kam es zu einer gezielten Provokation uns gegenüber, als zwei Personen, die ebenfalls diesem Personenkreis zuzuordnen sind, in unseren Block gelangten und versuchten, unsere Zaunfahne herunterzureißen. Das Ordnungspersonal, welches versuchte den folgenden Angriff zu unterbinden, konnte ihn nicht verhindern, sodass es zu körperlicher Gewalt gegen Mitglieder unserer Gruppe kam. Zudem drangen einige Mitglieder der Karlsbande bis zu der Plexiglasscheibe zwischen dem Stehplatzbereich und Block S6 vor, konnten diese nicht überwinden und beschränkten sich in der Folge auf verbale Provokationen und das Werfen von Bierbechern. Einzelne Mitglieder der Karlsbande fanden sich ebenfalls in der Gruppe der Angreifer wieder, die im unteren Bereich des Blocks S6 den Angriff unterstützten. Ebenso begleiteten Gesänge aus den Reihen der Karlsbande, z.B. „Auf die Fresse“, „Haut drauf Kameraden“ und „Homos in S6“, den Angriff der Alemannia Supporters. Aussagen wie „Verpisst euch ihr Juden, ihr habt bei Alemannia nichts zu suchen!“ machen deutlich, dass die Angreifer eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Das ''Schimpfwort'' Jude scheint sich mittlerweile fest im Repertoire vieler Mitglieder der unpolitischen Karlsbande etabliert zu haben, denn regelmäßig werden Mitglieder unserer Gruppe, vornehmlich bei Auswärtsspielen von Mitgliedern und Menschen, die sich im direkten Umfeld der Karlsbande bewegen, als ''Juden'' tituliert.

In Folge der Auseinandersetzungen mit den Supporters in unserem Block wurde ein Ordner an der Hand verletzt, welcher noch am selben Abend operiert werden musste. An dieser Stelle wünschen wir ihm eine schnelle Genesung. Zudem wurde ein Mitglied unserer Gruppe nach einem Tritt und dem Sturz über die Treppen, welchen dieser mit sich zog, glücklicherweise nur leicht verletzt. Aufgrund der heftigen Auseinandersetzungen wurde das Polizeipersonal während des Spiels verdoppelt und ein Teil der Hundertschaft blieb ebenfalls in unserem Block. Die Stellungnahme der Alemannia Supporters, die auf der Alemannia Homepage veröffentlich wurde, nehmen wir zur Kenntnis. Wir möchten jedoch ausdrücklich betonen, dass Mitglieder der Karlsbande und Menschen ihres direkten Umfelds genauso aggressiv gegen uns vorgegangen sind. Wir erwarten vom Verein Alemannia Aachen eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle. Außerdem müssen die IG, die Fanbeauftragten sowie das Fanprojekt ihre Herangehensweise an die bestehenden Probleme mit Rechtsextremen am Tivoli sowie in den Auswärtsblöcken überdenken. Ein Statement, das die tief verwurzelten Probleme nicht behebt, sondern nur die eigene weiße Weste wahrt, kann und darf nur der Anfang der Arbeit gegen Rechts sein.

Aachen Ultras im Dezember 2011

Di, 13. Dezember 2011

Auf Gewalt verzichtet man, aber erklärt sie nicht

Maximale Bestrafung für alle Beteiligten an den Vorkommnissen vom vergangenen Sonntag


Am gestrigen Abend wurde über die Alemannia eine Stellungnahme des Fanclubs Alemannia Supporters zu den Vorkommnissen im Block S6 am vergangenen Sonntag veröffentlicht. Die Verbreitung über die Kanäle des Vereins geschah ganz bewusst, um dem Fanclub die Möglichkeit einer Erklärung einzuräumen und um andere Fanclubs, deren Namen fälschlicherweise mit dem Angriff in Verbindung gebracht wurden, zu entlasten.
Zu dieser Stellungnahme äußert sich Alemannia Aachen wie folgt:
Aus Sicht von Alemannia Aachen ist die vorliegende Erklärung nicht ausreichend. Auf Gewalt verzichtet man, Gewalt erklärt man nicht. Die Supporters selbst sprechen von unentschuldbarem, nicht zu tolerierenden Verhalten. Dem entsprechend werden diese Vorkommnisse von Alemannia Aachen weder entschuldigt, noch toleriert.
Auf dieser Basis wird es für alle Beteiligten an der Attacke die höchste Bestrafung geben, die Alemannia Aachen aussprechen kann, nämlich bundesweite Stadionverbote. Diese Stadionverbote werden unverzüglich und mit sofortiger Wirkung ausgesprochen, sobald die Namen der Beteiligten vorliegen. Die ermittelnden Behörden haben der Alemannia bereits heute die ersten Personalien übermittelt, nachdem die Auswertung der Videoaufzeichnungen am Montag erfolgt war. Alemannia Aachen vertraut zudem darauf, dass auch eine strafrechtliche Verfolgung der Täter stattfindet.
Mit ihrer Stellungnahme sind die Alemannia Supporters eine Verpflichtung eingegangen, sich gegen Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus zu positionieren. An dieser Verpflichtung wird der Fanclub ab dem heutigen Tage gemessen. Alemannia Aachen wird darüber wachen, dass dies kein Lippenbekenntnis bleibt, sondern ein entsprechendes Verhalten des Fanclubs einfordern.
Alemannia Aachen ruft all seine Fanclubs, insbesondere aber die Alemannia Supporters und die Aachen Ultras dazu auf, an der Lösung ihrer Konflikte aktiv zu arbeiten und zur Überwindung des tiefen Risses beizutragen, der die Aachener Fanszene durchzieht. Hierbei kommt dem Fanprojekt Aachen eine wichtige, moderierende Funktion zu. Diese wurde bei diversen Gesprächen am Montag definiert.
Fast genauso schlimm wie die Verletzung der beiden Ordner ist die Verunsicherung hunderter friedlicher Stadionbesucher. Wer Gästen der Alemannia Gewalt antut oder androht, beraubt diese Menschen ihrer Freiheit. Alemannia Aachen wird das nicht dulden und mit aller Härte gegen solche Leute vorgehen. Am Sonntag wurde die Grenze deutlich überschritten!

Stellungnahme Alemannia Supporters

Liebe Fans und Freunde der Alemannia,

die Vorfälle beim gestrigen Spiel unserer Alemannia gegen Erzgebirge Aue im Block der Aachen Ultras sind nicht zu tolerieren. Ein länger andauernder Konflikt zwischen den Aachen Ultras und den Alemannia Supporters hat gestern eine schlimme Eigendynamik erhalten und in Folge dessen zu dieser unentschuldbaren Reaktion einiger Mitglieder unserer Gruppe geführt. Wir möchten uns bei allen Fans für diese traurigen Ereignisse entschuldigen. Ferner möchten wir uns bei denen im Tumult verletzten Ordnern entschuldigen und wünschen Ihnen auf diesem Weg gute Genesung.

Allerdings müssen wir uns dagegen verwehren, dass in diesem Zusammenhang von einer politisch gezielten Aktion gesprochen wird. Das entspricht nicht der Wahrheit! Wir distanzieren uns ganz entschieden von Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus. Gleichzeitig lehnen wir jede Form von Gewalt im Stadion und gegenüber Fangruppen unseres Vereins ab.

Alemannia Supporters