Donnerstag, 9. Februar 2012

Die UR melden sich zurück

MITTEILUNG DER ULTRAS RAPID BLOCK WEST 1988
Rapidler,
Ihr alle wisst um die Ereignisse der letzten Wochen mit den skandalösen Urteilen rund um den Westbahnhofprozess. Wir wollen die folgenden Zeilen trotzdem nicht dazu nutzen, uns über Polizei und/oder Justiz auszulassen, auch wenn es dazu unendlich viele Gründe gibt. Es stehen jedoch für einige der Verurteilten noch Berufungsverhandlungen an und wer weiß, was folgende Zeilen für Folgen haben können in diesem Verfolgerstaat. Macht Euch vorerst selbst ein Bild von den Geschehnissen, wir bitten nur sich dabei nicht auf die Berichterstattung der großen Medien zu verlassen. Die Wahrheit ist - wie immer in solchen Fällen - eine andere...
Wenn man jetzt neben dem Ausgang des Prozesses noch die Konsequenzen des Platzsturms im Mai 2011 im Kopf hat bzw. diese ständig spürt so wird rasch klar, dass die Zukunft der aktiven Fanszene von Rapid Wien mehr denn je auf Messers Schneide steht.
Eigentlich wollten wir im Frühjahr wieder voll durchstarten und all unseren Feinden zeigen, dass wir nicht so leicht zu besiegen sind, dass wir niemals aufgeben und dass wir uns verdammt noch mal nicht unterkriegen lassen! So beschlossen die aktiven Gruppen schon vor den Urteilen des Straflandesgerichtes die Unterstützung für Rapid mit Transparenten der einzelnen Gruppen, Vorsänger und Fahnen wieder aufzunehmen. Eine Ausnahme ist hier das Wiener Derby im Happel-Stadion. Wir haben letztes Jahr beschlossen, die beiden von den Verantwortlichen des SK Rapid in den Prater verlegten Spiele zu bestreiken, um ein Zeichen dafür zu setzen, dass wir Rapid langfristig nur in Hütteldorf sehen wollen. Daran ändert auch Tabellenplatz 1 nichts, der Ärger über die freiwillige Verlegung der wichtigsten Spiele der Saison ist nicht einfach so verflogen. Nach dem Derby werden wir endgültig wieder Gas geben!
Dann kamen die Verurteilungen im Westbahnhofprozess inklusive teilweise unbedingten Haftstrafen von bis zu 14 Monaten und es dauerte nicht besonders lange, um den folgenden Entschluss zu fassen: JETZT ERST RECHT! Wir werden von unserem Kurs nicht abschweifen und wir werden uns nicht aus der Bahn werfen lassen. Weder von der Polizei, noch von Gerichten, die ohne Skrupel einzelne Existenzen und eine ganze Fankultur vernichten wollen. Zugegebenermaßen treffen uns die Urteile und ihre Auswirkungen natürlich sehr tief und es ist auch nicht damit zu rechnen, dass wir ab jetzt in Ruhe gelassen werden. Im Gegenteil… deswegen brauchen wir in diesen Tagen, Wochen oder Jahren mehr denn je EURE Unterstützung.
FÜR UNS, FÜR RAPID, GEGEN ALLES ANDERE! ist ab jetzt unser Motto um diese sehr schwierige Phase zu überstehen. Wir geben nicht auf, trotz aller äußerer Umstände und Steine, die uns von allen Seiten in den Weg gelegt werden.
Wir bitten alle uns dabei zu unterstützen. Alle, die nach dem Platzsturm und den folgenden Äußerungen von Edlinger, Kuhn und Co. mit der Vereinsführung gebrochen haben, bitten wir uns zu unterstützen. Macht es für uns.
Alle, die nach dem Platzsturm mit der aktiven Szene gebrochen haben, bitten wir ebenfalls uns zu helfen. Macht es für Rapid.
Ultras Rapid im Februar 2012


Tornados-Stellungnahme gibts jetzt auch:

"Rapidler, Freunde und Interessierte!

Wie ihr alle wisst waren und sind die Zeiten schwer, sehr schwer sogar. Der Platzsturm und dessen Konsequenzen hat die Szene in ihren Grundfesten erschüttert. Die Folgen und die Reaktionen seitens des Vereins und seitens von uns aktiven Fans sind jeden bekannt. Zu allem Überdruss kam es zu Jahresbeginn zu zahlreichen Skandalurteilen im mittlerweile berüchtigten „Westbahnhofprozess“, welche die Hütteldorfer Fanszene weiter drastisch schwächten.

Nichtsdestotrotz haben sich die aktiven Gruppen über die Winterpause darüber verständigt, wieder neu durchzustarten und mit einer „JETZT ERST RECHT“ – Haltung das Frühjahr in Angriff zu nehmen, um zu zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Dafür muss aber jeder einzelne Rapidler seinen Teil dazu beitragen, egal ob Ultrà, Supporter oder „Normalo“. Denn wir alle sind und lieben Rapid!

Als Zeichen unserer Entschlossenheit werden wir ab dem ersten Spiel wieder mit Gruppentransparenten, Fahnen und Vorsänger bei jedem Heim- und Auswärtsauftritt des SK Rapid präsent sein. Ausgenommen ist jedoch das Derby im Prater Oval, dessen Bestreikung wir schon seit geraumer Zeit geplant haben. Der Grund für den erneuten Protest ist kein neuer, eine freiwillige Verlegung unserer Derbys durch Vereinsverantwortliche ins Happel-Stadion darf es nie wieder geben!

In diesem Sinne, alle gemeinsam – ALLES FÜR RAPID!

Tornados Rapid Wien 1996"

http://tornadosrapid.at/


09.02.2012 Stellungnahme
Eine intensive Reflexion der Geschehnisse in den letzten Monaten zeigt eine ernüchternde Bilanz: über 100 Stadionverbote, strafrechtliche Ermittlungen, Meldepflichten, Verwaltungsstrafen und dann das politisch motivierte und in dieser Härte nicht erwartbare Urteil beim viel zitierten Westbahnhofprozess. Stets waren auch Personen aus unserem Kreis von diesen massiven Repressionen betroffen. Die Zerwürfnisse mit dem Verein und die mediale Hetzjagd sowie Hundertschaften an Polizisten bei jedem Heim- und Auswärtsspiel führten zu einem Supportboykott. Es galt sich zu sammeln, zu protestieren, unsere Argumente zu artikulieren. Es galt schlichtweg, die Sache aufzuarbeiten. UWS leistete einen wesentlichen Beitrag, Spruchbänder einen weiteren. Viele wollten, einige konnten nicht den gewohnten Weg weitergehen.

Nun sind wir aber an einem Punkt angelangt, wo wir uns die zentrale Frage stellen müssen: Wie geht es weiter? Wohin führt unser Weg? Was können wir tun? In gewohnter Einigkeit, die auch weiterhin unser größter Trumpf sein muss, haben auch wir uns in Absprache mit den anderen Gruppen dazu entschlossen, dass es in Hinkunft, also ab diesem Frühjahr (mit Ausnahme des Happel-Derbys), nur ein Motto geben kann: JETZT ERST RECHT! Unser Kampf für eine blühende und starke Fanszene darf nicht umsonst gewesen sein. Die, die sich gegen uns verschworen haben und auch weiterhin versuchen werden uns zu vertreiben, diese Kräfte sollen merken, dass unser Weg jener des Widerstands ist. Nicht mit Waffen, nicht mit Gewalt, sondern mit Herz und jener Hingabe zu einem Verein, der immer der unsere sein wird.

Wir sind auch weiterhin der Meinung, dass Rapid Veränderung braucht - strukturell wie personell. Auch kann und darf man nicht vergessen, wie der Verein in vielen Situationen uns gegenüber agiert hat. Aber gerade an jene kritischen Kräfte im Block West und im ganzen Stadion appellieren wir an dieser Stelle, es uns - die wir weiterhin zum überaus kritischen Kreis der Rapidfans zählen werden - gleichzutun. Es ist an der Zeit unser aller Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, Flagge zu zeigen und Geschlossenheit zu demonstrieren. Dann wird auch in Zukunft kein Weg an uns vorbei führen. Lang lebe Rapid! Lang lebe die Hütteldorfer Fanszene! Alle gemeinsam für die Sache.

Lions Rapid am 9.2.2012