Dienstag, 1. August 2017

Alle Frauenmeister Österreichs

ÖDU: ÖDFU-Liga
SaisonMeister
1936
DFC Austria Wien
DFC Austria Wien
1937
DFC Austria Wien
DFC Austria Wien
1938Saison wurde nicht fertiggespielt

WFV: Damenliga Ost – 1. Leistungsstufe
SaisonMeister
1972/73
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Favoritner AC
1973/74
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1974/75
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KSV Ankerbrot Wien
1975/76
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1976/77
FS Elektra Wien
FS Elektra Wien
1977/78
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1978/79
FS Elektra Wien
SV Elektra Wien
1979/80
FS Elektra Wien
SV Elektra Wien
1980/81
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1981/82
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien


ÖFB: 1. Frauen-Bundesliga[1]
SaisonMeister
1982/83
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1983/84
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SV Aspern
1984/85
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ESV Ostbahn XI Wien
1985/86
1. DFC Leoben
1. DFC Leoben
1986/87
1. DFC Leoben
1. DFC Leoben
1987/88
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1988/89
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1989/90
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1990/91
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1991/92
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1992/93
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1993/94
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1994/95
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1995/96
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1996/97
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
1997/98
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1998/99
Union Kleinmünchen
Union Kleinmünchen
1999/2000
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
2000/01
USC Landhaus Wien
USC Landhaus Wien
2001/02
Innsbrucker AC
Innsbrucker AC
ÖFB: Bundesliga Frauen
2002/03
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2003/04
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2004/05
SV Neulengbach
SV Neulengbach
ÖFB: ÖFB-Frauenliga
2005/06
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2006/07
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2007/08
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2008/09
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2009/10
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2010/11
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2011/12
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2012/13
SV Neulengbach
SV Neulengbach
ÖFB: ÖFB Frauen Bundesliga
2013/14
SV Neulengbach
SV Neulengbach
2014/15
FSK St. Pölten-Spratzern
FSK St. Pölten-Spratzern
2015/16
FSK St. Pölten-Spratzern
FSK St. Pölten-Spratzern
2016/17
SKN St. Pölten
SKN St. Pölten
2017/18

Noch ein Artikel dazu

Eine historische Einordnung

Am 12. Oktober 1902 fand in Wien das erste als offiziell gewertete Länderspiel Österreichs statt. Das Kaisertum Österreich bezwang Ungarn mit 5:0.
Am 12. November 1918 beschloss die Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich das allgemeine Wahlrecht für Frauen – ein Meilenstein in der (nationalen) Frauenpolitik, bei welchem alleine es allerdings für viele Jahrzehnte bleiben wird. Erst 1975 – fast 60 Jahre später – wurden mit der Fristenlösung und der rechtlichen Möglichkeit auch ohne Zustimmung der (Ehe-)Männer Beruf, Wohnsitz und Familiennamen zu wählen zwei zentrale Themen frauenrechtlicher Selbstbestimmung legalisiert bzw. außer Strafe gestellt. Noch einmal 14 Jahre später, 1989, wird Vergewaltigung in der Partnerschaft strafbar.
Am 25. August 1990, 88 Jahre nach dem ersten Spiel der Männer, bestritt das österreichische Nationalteam der Frauen mit einer 5:1-Niederlage gegen die Schweiz sein erstes offizielles Länderspiel.
Wobei die Betonung hier auf offiziell liegen muss. Frauenfußball wurde in Österreich nämlich spätestens seit 1924 vereinsmäßig praktiziert: Die Wochenzeitung „Der Montag mit dem Sportmontag“ rief im Dezember 1923 zur Teilnahme an einem ersten Fußballtraining für Frauen auf, woraufhin sich rund 150 Interessierte beim „Wochenblatt“ meldeten. Dieses berichtete bereits am 24. Dezember 1923 vom großen Erfolg des Aufrufs und organisierte nun gemeinsam mit Ferdinand Swatosch, seinerzeit Stürmerstar der Wiener Amateure, einen zweiwöchigen Theoriekurs. Voraussetzung hierfür war das Bestehen eines ärztlichen Leistungstests, zu welchem sich im Februar 1924 rund 60 Interessierte einfanden. Für 43, die den Test positiv absolvieren konnten, begann am 13. April 1924 der Theoriekurs im Hotel Métropole am Wiener Morzinplatz in dessen Zuge auch der erste Damenfußballclub Österreichs gegründet wurde – der 1.DFC Diana. Trainer wurde Swatosch.
Der österreichische Frauenfußball erlebte – trotz des massiven Widerstands des ÖFB, welcher seinen zugehörigen Mannschaften verbot, ihre Plätze an Frauenteams zu vermieten und somit eine Richtlinie des Weltverbands FIFA umsetzte – einen vorläufigen Höhepunkt. Mehrere tausend Fans verfolgten regelmäßig die Spiele des DFC Diana.
Mit einem abrupten Ende der Berichterstattung im „Wochenblatt“ – Druck vonseiten des Verbands ist hier zwar naheliegend, lässt sich heute allerdings nicht mehr belegen und bleibt somit Spekulation – und den strukturellen Schwierigkeiten, vor welche die Spielerinnen vonseiten des ÖFB gestellt wurden, ebbte der Frauenfußball kurzfristig ab bis 1935 auf Initiative von Alice Maibaum und Ella Zirner-Zwieback die Österreichische Damenfußball-Union gegründet wurde. Aus der DFU heraus entstanden erste Vereine und bereits 1936 konnte die erste Meisterschaft mit sieben Teams ausgetragen werden.
Auch wenn der Frauenfußball bereits zur Zeit der Ersten Republik und im darauf folgenden Austrofaschismus auf immer breiter werdenden gesellschaftlichen Widerstand traf, wurde er erst 1938 mit der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich endgültig verboten.

Nachkriegsjahre und „wilde“ Spiele

Die verheerenden Auswirkungen des Krieges und die demographischen Strukturen der Nachkriegsjahre verunmöglichten in den ersten Jahren nach Kriegsende eine Wiederaufnahme des Fußballbetriebs nahezu vollends. Zwar fanden bereits 1948 wieder Frauenfußballspiele in Wien statt, das offizielle Verbot zur Gründung von Frauenabteilungen aus der NS-Zeit blieb allerdings aufrecht. Die kritische Akzeptanz des Frauenfußballs zu Zeiten der Ersten Republik, wie auch noch im österreichischen Ständestaat, wurde von gesellschaftlicher Verachtung abgelöst: die mediale Berichterstattung stellte sich nun ausnahmslos negativ dar und Spielerinnen wurden öffentlich angefeindet.
Der Frauenfußball organisierte sich zu diesem Zeitpunkt ausschließlich „wild“, das heißt autonom und abseits der nationalen und von der FIFA anerkannten Verbände. Im Sommer 1957 wurden Vereine, welche sich nicht an die Verbote des ÖFB hielten, mit hohen Geldstrafen belegt, was wohl mit ein Grund war, warum sich die österreichischen Spielerinnen der im August geründeten International Ladies Football Association als eines der vier Gründungsmitglieder (AUT, BRD, ENG und NED) anschlossen. Noch im Herbst desselben Jahres organisierte die ILFA ein als Europameisterschaft tituliertes Turnier in Berlin, welches England mit 4:0 gegen Westdeutschland gewann. Österreich ging gegen die Niederlande im Spiel um Platz 3 mit 8:1 unter.
https://www.unsere-zeitung.at/2017/07/18/das-patriarchat-im-oesterreichischen-fussball/

Noch etwas

Wir schreiben das Jahr 1922. Knapp vier Jahre zuvor ging der 1. Weltkrieg zu Ende, kurz danach erhielten die Frauen in Österreich das Wahlrecht. In der österreichischen Fußball-Meisterschaft 1921/22 sicherte sich der Wiener Sport-Club den Meistertitel. Und bei den Frauen? Da entstand 1936 erstmals eine Meisterschaft, die allerdings nicht lange Bestand hatte. Einige Jahre zuvor war man hierzulande in dieser Hinsicht noch deutlich kritischer.


 "Erste Voraussetzung (um erfolgreich Fußball zu spielen, Anm.) ist und bleibt ein hart trainierter, starker Körper. Darüber verfügt das zarte Geschlecht naturgemäß nur in den seltensten Fällen und kann somit die erste Voraussetzung nicht erfüllen." (Quelle: ANNO/ÖNB, Wiener Montags-Journal, 20. Februar 1922, Seite 6)


Neben medizinischen Gesichtspunkten, die ebenfalls gegen Frauenfußball sprechen würden, müssten sich die Spielerinnen zudem bewusst sein, "daß sie es nur zum Vergnügen betreiben und dies auch im Spielcharakter zum Ausdruck kommt".
"Wenn wir also die Schlussfolgerung ziehen, so sehen wir, daß eigentlich herzlich wenig für die Einführung von Frauenfußball spricht. Der Frauen wesentlichste Eigenschaft ist Grazie und gerade diese Eigenschaft wird im Fußball unterdrückt" (Quelle: ANNO/ÖNB, Wiener Montags-Journal, 20. Februar 1922, Seite 7)
Im Wiener Sport-Tagblatt, wir befinden uns immer noch im Jahr 1922, wird dabei nicht nur der Frauenfußballsport selbst, sondern auch die Anwesenheit von Frauen bei Fußballspielen kritisch beäugt:


"So lange keine oder nur sehr wenige Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts Fußballwettkämpfen beiwohnten, ging es immer bei aller Lebhaftigkeit der Zuschauer sehr anständig zu. Pfui-Rufe und wüste Schimpfereinen gehörten zu den Seltenheiten, Raufereien und Insultierungen von Schiedsrichtern und Spielern kamen überhaupt nicht vor. Seitdem aber die holde Weiblichkeit ein ansehnliches Kontingent der Besucher von Fußballmatches bildet, gerät der männliche Teil der Zuseher nur zu häufig außer Rand und Band." (Quelle: ANNO/ÖNB, Wiener Sporttagblatt, 4. Februar 1922, Seite 5).


Zu dieser Zeit war der Frauenfußball in Großbritannien und Frankreich bereits eine große Publikumsattraktion. Jede größere Ortschaft hatte bereits ein eigenes Team. Wie das Sport-Tagblatt berichtete, waren darüber die "führenden Sportkreise" alles andere als glücklich, standen sie dem Frauenfußball doch "sehr ablehnend" gegenüber. In Österreich war der Frauenfußball längst nicht so weit.
"Bei uns ist es einstweilen schwer, sich darüber ein abschließendes Urteil zu bilden, solange der Frauenfußball nur vom Hörensagen bekannt ist. Daß in England so sehr dagegen Stellung genommen wird, erscheint vielleicht dadurch erklärlich, daß doch dort Fußball ein Geschäft ist und nunmehr durch die Frauen eine starke Konkurrenz befürchtet wird" (Quelle: ANNO/ÖNB, Wiener Sporttagblatt, 4. Februar 1922, Seiite 5)
Der Autor schließt mit den Worten: "ein weiblicher Fußballsport, der als eine Art "Fußballreigen" aufgefaßt werden würde, kann ruhig unterbleiben." 
Wenige Monate später wird auch im Neuen Wiener-Journal zum Frauenfußball, genauer gesagt der Sportbegeisterung der Frauen, Stellung genommen. Hier wird der erst vor wenigen Jahren zu Ende gegangene Weltkrieg dafür verantwortlich gemacht, dass "die Frau sich unabhängiger zu fühlen begann, daß zahlreiche Angehörige des weiblichen Geschlechts lose Manieren annahmen und die Sitten (...) der Männer nachzuahmen für gut fanden". 
"Das weibliche Geschlecht soll sich aber bloß jenen Sportzweigen widmen, die ihm zuträglich sind, Tennis, Schwimmen, Radfahren, aber nicht einem Sport, den allein Männer, und von diesen auch nur die kräftigeren, ausüben können, ohne Schaden zu leiden, wie Fußball, Kricket, Boxen, Hochsprung, Weitsprung ec." (Quelle: ANNO/ÖNB, Neues Wiener Journal, 19. August 1922, Seite 6)
Was im August 1922 noch völlig unmöglich schien, war dann aber nur zwei Jahre später Gewissheit: 1924 wurde der erste Wiener Damenfußballkklub "Diana" gegründet. In den 30ern erreichte der heimische Frauenfußball dann den ersten Höhepunkt, was mit dem Beginn des zweiten Weltkrieg und der Annexion durch das Deutsche Reich jedoch wieder passe war. Erst Ende der 1960er-Jahre wurde der Frauenfußball wiederbelebt. Und nun, im Jahr 2017, schreibt das heimische Frauen-Nationalteam österreichische Sportgeschichte und steht vor dem Sprung in das EM-Viertelfinale. 
https://www.90minuten.at/de/red/magazin/reportage/2017/juli/es-war-einmal--der-frauenfussball-im-jahre-1922/

Die Anfänge

Die ersten Mannschaften und die Verbote 
Ähnlich wie die männlichen Fußballspieler treffen in Großbritannien die ersten Fußballmannschaften der Damen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen. Der Sport wird auf der Insel groß, durch die Gründung der englischen Football Association FA 1863 und der Festlegung der ersten Regeln. Den ausführlichen Verlauf der Entwicklung des Männersports gibt es in diesem Artikel mit Blick auf die Ursprünge nach China und ins antike Griechenland. 

British Ladies Football Club Bild 2
Bei den Frauen sind zum Beispiel die Dick Kerr's Ladies weit bekannt, welche sich aus einem Team einer Munitionsfabrik 1917 gründete. Fußball hatte dort bereits seine ersten Anfänge genommen und Frauen waren während des ersten Weltkriegs als Munitionsarbeiterinnen gefragt. Die Regierung empfahl körperliche Ertüchtigung zum Ausgleich und so begannen einige Frauen mit dem Fußballspiel. In Österreich war der Damenfußball Club Diana Wien 1924 die erste Frauenmannschaft, die vor einigen Tausend Zuschauern Wettkämpfe erstritt, während in Deutschland erst 1930 mit dem 1. DFC Frankfurt die Frauen offiziell zu kicken anfingen. Der Standard schreibt von einem ersten Frauenfußballmatch bereits 1895, dem Ladies Football Match der Auswahl North of England gegen Südengländerinnen. 

Pipsi Krema ist die erste Trainerin der DFC Diana und Mitte der 30er Jahre gibt es in Österreich sogar eine Damen Liga mit neun Mannschaften, zur Freude vieler Zuschauer. Doch Sport gilt als unweiblich, bleibt angeblich eine Männerdomäne und viele weitere unterschiedliche Gründe sorgen für die Ablehnung des Frauenfußballs: 

  • Der Sport schädigt die Gebärmutter oder die Beckenmuskulatur
  • Frauenfußball ist unästhetisch
  • Frauen können kein Fußball spielen
  • Fußball ist Männersache

Im Zuge der zwei Weltkriege verschieben sich die Prioritäten, zumindest aus Sicht der männlichen Führung und ab den 20er Jahren verbieten erst die Football Association in England, dann der Weltverband 1935 die Freigabe von Plätzen für Frauenmannschaften und letztendlich den Frauenfußball.  Im zweiten Weltkrieg ist es Frauen generell untersagt, Fußball zu spielen, sowohl in Österreich, als auch in Deutschland, obwohl Deutschland erst 1955 und Österreich 1957 ein offizielles Verbot der Frauenabteilungen festlegen. In den Hinterhöfen und auf privaten Plätzen finden sich jedoch immer wieder Frauen ein, die den Ball kicken und Spaß daran finden. Dem Treiben wollen der Deutsche Fußballbund und seine europäischen Kollegen mit den Gesetzen ein Ende machen: "Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand.“ Sogar eine Strafe gibt es für Vereine, die Frauenfußball ermöglichen. 


http://www.fanreport.com/at/frauen/news/faszination-frauenfussball-die-entwicklung-zum-profisport-1222401

Aus dem Wien-Wiki

Die Anfänge des Frauenfußballs gehen auf die Zeit des Ersten Weltkriegs in England zurück. Frauen übernahmen in der Kriegszeit neben den Arbeitsplätzen der an die Front eingezogenen Männer auch Formen deren Freizeitgestaltung. 1921 folgte die Gründung der ersten Frauenliga in England.

Die Anfänge in Wien

Im deutschsprachigen Raum begann 1920 eine Gruppe von Frauen in Frankfurt mit dem regelmäßigen Fußballspielen, ohne jedoch eine eigene Liga zu begründen. In Wien folgte 1924 die Gründung des Ersten Wiener Damenfußballklubs Diana, der aber nur eine kurzfristige Erscheinung blieb.
Von Anfang an hatten die fußballspielenden Frauen regelmäßig mit frauenfeindlichen Vorurteilen von Journalisten und Funktionären zu kämpfen, die deren Fußballspiel aus vermeintlich moralischen Gründen ablehnten, bzw. Frauen körperlich als nicht geeignet befanden. So verbot der Österreichische Fußball-Verband (ÖFB), der eine Richtlinie der FIFA umsetzte, seinen Mitgliedsvereinen, ihre Plätze an die Frauenteams zu vermieten.[1] Außerdem war das Engagement von Funktionären der Männerklubs bei den Frauen verboten.

Damen Fußballunion (DFU)

Allen Widerständen zum Trotz gelang 1935 die Gründung der Damen Fußballunion (DFU), aus der Frauenfußballvereine als Zweigvereine entstanden. 1936 organisierte die DFU auch eine erste Meisterschaft, die der Damenfußballclub (DFC) Austria gewann (Der DFC Austria stand in keiner Verbindung zu seinem Namenspendant im Männerbereich). Ende September 1936 gastierte der erfolgreiche Klub auch als erste österreichische Frauenmannschaft im Ausland und traf in Brno auf die dortige Damenfußballmannschaft „Sparta“.[2] Der DFC Austria konnte auch in der folgenden Meisterschaft 1937 seinen Titel verteidigen. Ein Versuch, ein entsprechendes Frauennationalteam zu gründen scheiterte aber.

Engagierte Funktionärinnen wie die junge Schülerin Alice Maibaum, Jahrgang 1921, aber auch arrivierte Frauen aus dem Großbürgertum wie die Textilkauffrau und Kommerzialrätin Ella Zirner-Zwieback, die 1936 die Präsidentschaft der DFU übernahm[3], kämpften gegen die politischen Vorbehalte der mehrheitlich patriarchalischen Gesellschaft, die in ihrem reaktionären Frauenbild keine Fußballbetätigung dulden wollte. Waren in der Zeit des sog. Austrofaschismus (1933–1938) den engagierten Frauen immer wieder Hürden in den Weg gelegt, die Ausübung des Frauenfußballs aber nicht gänzlich verhindert worden, wurde mit der nationalsozialistischen Machtergreifung im März 1938 der Frauenfußball schließlich eingestellt. Der laufende Meisterschaftsbetrieb 1938 konnte nicht mehr abgeschlossen werden.

Situation nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es längere Zeit, bis der österreichische Frauenfußball wieder in Erscheinung trat bzw. sich institutionell verankert wurde. 1948 fanden die ersten Frauenfußballspiele in Wien statt. 1957 nahm ein österreichisches Team an der inoffiziellen Frauen Weltmeisterschaft in Berlin teil. Zehn Jahre später startet ein Meisterschaftsbetrieb, der aber vom ÖFB nicht anerkannt wurde. Erst 1972 folgte ein vom Wiener Fußballverband organisierter Meisterschaftsbetrieb mit sechs Teams. In der Premierensaison konnte die Frauenabteilung des FavAC die Meisterschaft für sich entscheiden. In den folgenden Jahren gewannen der KSV Ankerbrot, FS Elektra sowie 1973/1974 erstmals Union SC Landhaus den Titel. Mit 1972/1973 startete auch ein Cupwettbewerb, der in der ersten Saison von Union SC Landhaus gewonnen wurde.

Seit der Saison 1982/1983 ist der ÖFB für die Ausrichtung der Frauenmeisterschaft zuständig. Aktuell besteht die ÖFB Frauen Bundesliga aus zehn Teams. Einzige Wiener Vertreterin ist Union SC Landhaus, die mit 13 Titeln (zuletzt 2000/2001) zusammen mit dem SV Neulengbach auch österreichische Rekordmeisterin ist. In der zweiten Spielklasse, der 2. Bundesliga Ost/Süd nehmen mit dem ASK Erlaa, Altera Potera und der zweiten Mannschaft von Union SC Landhaus drei Wiener Vertreterinnen teil. In der drittklassigen Wiener Frauen Landesliga spielen die jeweiligen Frauenabteilungen des Wiener Sportklubs (gegründet 2008) und des First Vienna Football-Clubs 1894 (neu begründet im Jahr 2011). Auch die beiden stärksten Wiener Fußballvereine, die Austria und Rapid, werden in absehbarer Zeit Frauenabteilung begründen und damit dem Frauenfußball neue Impulse geben.

Frauennationalmanschaft

Die österreichische Frauennationalmannschaft besteht unter dem Dach des ÖFB seit 1990 und absolvierte ihr erstes Länderspiel am 25. August 1990 mit 1:5 (0:2) gegen die Schweiz in Richterswill. Die Heimpremiere folgte in Wien am 9. Oktober 1991 mit einer 0:1 Niederlage gegen Ungarn. Unter der Leitung des ersten Teamchefs und ehemaligem Vienna-Trainer Peter Leitl konnte im 7. Länderspiel am 11. September 1993 gegen Ungarn mit 1:0 der erste Sieg gefeiert werden. Zwar konnte sich bis dato die österreichische Frauenfußballnationalmannschaft weder für die Olympischen Spielen noch für Welt- bzw. Europameisterschaftsendrunden qualifizieren. In den letzten Jahren hat der Frauenfußball jedoch einen spürbar positiven Aufschwung genommen, wenngleich der Frauenfußball in Österreich ein reiner Amateursport ist. Wichtig für den österreichischen Frauenfußball war die Schaffung eines nationalen ÖFB-Zentrums in St. Pölten in der Saison 2011/2012, das bereits erste Fortschritte gezeigt hat. So qualifizierte sich das weibliche U-17 Nationalteam 2014 erstmals für die EM-Endrunde, wo die jungen Österreicherinnen den Einzug ins Semifinale knapp verpassten.

Ausbildungsland Österreich

Aufgrund einer sich stetig verbessernden Ausbildung im Nachwuchsbereich gelingt – ähnlich wie bei den Männern – immer mehr Spielerinnen der Sprung ins Ausland. Bei Start der deutschen Frauen-Bundesliga 2015/2016 standen dreizehn Österreicherinnen in sieben Erstligateams unter Vertrag. Damit stellen die Österreicherinnen das größte Ausländerinnenkontingent in der stärksten Frauenliga der Welt. Laura Feiersinger, Viktoria Schnaderbeck, Carina Wenniger, sowie Torfrau Manuela Zinsberger konnten mit der Frauenabteilung des FC Bayern München die deutsche Meisterschaft 2015/2016 gewinnen. Die internationale Erfahrung der österreichischen Spielerinnen macht sich allmählich auch in der Nationalmannschaft bezahlt. Unter dem aktuellen Teamchef und ehemaligem Bundesligatrainer Dominik Thalhammer konnten die Österreicherinnen auf Platz 25 (Stand: 25. März 2016) in der FIFA Weltrangliste vorstoßen.

EURO 2017

In der EM-Qualifikation scheiterte das Team nur knapp an Norwegen. Bis zu dieser 0:1 Niederlage am 10. April 2016 waren die Österreicherinnen zuvor in 18 Spielen ungeschlagen geblieben. Dennoch qualifizierte sich die Nationalmannschaft am 20. September 2016 als Fünfte der sechs besten Zweitplatzierten für das Turnier in den Niederlanden.

Gruppenphase

Beim Turnier überraschten die Österreicherinnen. Zum Auftakt konnten die Nachbarinnen aus der Schweiz mit 1:0 geschlagen werden. Gegen die französischen Favoritinnen auf den Turniersieg blieb man auch am zweiten Spieltag ungeschlagen. Nach einer 1:0 Führung in der ersten Halbzeit lag sogar ein Sieg in der Luft; Frankreich gelang aber in der zweiten Hälfte der Ausgleich zum 1:1 Endstand. Am letzten Spieltag der Gruppenphase setzten sich die Österreicherinnen souverän mit 3:0 gegen Island durch.

Viertelfinale

Gegen die stark favorisierten Spanierinnen hielten die Österreicherinnen gut dagegen. Spanien hatte zwar mehr Ballbesitz, die besseren Torchancen fand jedoch Österreich vor, es gelang jedoch beiden Teams über 120 Minuten kein Tor aus dem Spiel heraus. Spanien versuchte es hauptsächlich über hohe Flanken in den Strafraum; die Lufthoheit hatte aber Österreich. Mit einer für Elfmeterschießen ungewöhnlichen Zuversicht und mit Lächeln in den Gesichtern starteten die Österreicherinnen das Elfmeterschießen, in dem sie jeden einzelnen Antritt verwerteten. Torfrau Zinsberger hielt einen Elfmeter und sicherte den Österreichern den Aufstieg ins Halbfinale.

Halbfinale

Im Halbfinale trafen die Österreicherinnen auf Dänemark, das zuvor im Viertelfinale die Rekordsiegerinnen aus Deutschland eliminiert hatte.

Wienerinnen im Team

  • Jasmin Pfeiler, Tor, *28. Juli 1984
  • Virginia Kirchberger, Verteidigung, *25. Mai 1993
  • Verena Aschauer, Verteidigung, 20. Jänner 1994
  • Nadine Prohaska, Mittelfeld, 15. August 1990
  • Jasmin Eder, Mittelfeld, 8. Oktober 1992

Literatur

  • Michael John: Eine relativ neue Disziplin. Frauenfußball. In: …wenn der Rassen brennt…100 Jahre Fußball in Österreich. Hg. von Michael John u.a. Grünbach: Verlag Franz Steinmaßl 2008, S. 25-28
  • Matthias Marschik: Frauenfußball und Maskulinität. Geschichte-Gegenwart-Perspektiven. Münster: Lit Verlag 2003
  • Sonja Weiser: Frauenfußball in Österreich. Entwicklung und Bestandsaufnahme. Dipl.-Arb. Univ. Wien. Wien 1995
  • Christina Windisch: Frauenfußball-ein Sport mit Zukunft? Eine qualitative Untersuchung zu den Perspektiven des österreichischen Frauenfußballs. Dipl.-Arb. Univ. Wien. Wien 2003

Links

1. Wiener Damenfußballklub „Diana“

Die Anfänge des Frauenfußballs in Wien gehen auf den Beginn der 1920er Jahre zurück. Sie stehen vorrangig mit dem Engagement einzelner Funktionäre von Männervereinen in Verbindung. Doch fehlte diesem neuen Frauensport zunächst noch eine breitere Basis und Infrastruktur.

Zeitungsaufruf

Die Anfänge des Ersten Wiener Damenfußballklubs Diana wurzelten in einem Aufruf des Wochenblatts „Der Montag mit dem Sportmontag“, das im Dezember 1923 einen Aufruf an interessierte Frauen für ein erstes Fußballtraining publizierte.[1] Die Verantwortlichen versprachen, die Kosten des Trainings mit geeigneten Sportlehrern samt etwaiger Saal- bzw. Platzmiete zu übernehmen. Die interessierten Frauen hatten daher nur die Kosten für die Ausrüstung – Trikot, Hose, Schuhe, Kniestrümpfe und vor allem Kopftuch – selbst zu tragen.[2]

Die Initiatoren dürften bei ihrem Engagement vom Erfolg des Frauenfußballs in England beeinflusst gewesen sein, wo schon 1921 ein eigener Frauen-Ligabetrieb begonnen hatte. Eine mögliche ökonomische Verwertbarkeit dieses Frauensports war wohl ein ebenfalls wichtiges Motiv. Der Männerfußball boomte und sowohl die Zuschauerzahlen als auch die Zahl der Aktiven bzw. Vereine stiegen kontinuierlich. Ähnliches, wenn auch in bescheidenerer Form, erhoffte man sich für den Frauenbereich. Dazu war aber eine breitere strukturelle Verankerung von Nöten, die nun eigenständig und fern der Männervereine geplant war.


Am 24. Dezember 1923 berichtete die Zeitschrift „Der Montag mit dem Sportmontag“, vom großen Erfolg ihres Aufrufs. Eine Vielzahl interessierter Frauen – Beamtinnen, Sekretärinnen und Hausfrauen – hatten sich zum ersten Training angemeldet das für das Frühjahr geplant war. Im Februar 1924 hatten sich die Interessierten – insgesamt 60 Bewerberinnen – einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, deren positiver Ausgang Voraussetzung für die Teilnahme am Training war.


Am 13. April 1924 startete für jene 43 Frauen, die die Teilnahmebedingungen erfüllt hatten, im Hotel Métropole am Morzinplatz zunächst ein zweiwöchiger Theoriekurs unter der Leitung von Zeitungsredakteur Roman Frisch, der auch den Einleitungsvortrag übernahm. Frisch wurde vom bekannten Wiener Spieler Ferdinand Swatosch unterstützt, der später das praktische Training übernahm. Der 23-malige österreichische Nationalspieler und Torschützenkönig von 1923 gehörte zu den bekanntesten Fußballern der damaligen Zeit und hatte dreimal mit Rapid und einmal mit dem Wiener Amateur SV, der späteren Austria, die österreichische Meisterschaft gewonnen. Im Zuge dieses Theoriekurses wurde auch der „Erste Wiener Damenfußballklub Diana“ gegründet.

Zwei Wochen später fanden sich rund 50 Frauen zum ersten Training auf dem Rudolfshügel-Platz in Wien Favoriten ein. Ferdinand Swatosch leitete diese erste Übungseinheit, die ähnlich wie bei den Männern aus Schnurspringen, dem 800-Meter-Lauf sowie einigen Ballübungen bestand. Die vielen Männer, die das Training als interessierte Zuschauer verfolgen wollten, wurden höflich des Platzes verwiesen, da die Sportaktivitäten der Frauen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollten. Die rege Teilnahme der Frauen bei den kommenden Trainings übertraf die Erwartungen der Veranstalter und legte die Basis für regelmäßige Übungseinheiten. Zweimal pro Woche fanden diese – weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit – nun am RAG-Platz in Wien Floridsdorf statt. Die Bereitschaft und der Einsatz der Frauen waren mustergültig und die Austragung erster Spiele sollte nur eine Frage der Zeit sein. Auch wollte man im Herbst zu Werbezwecken ein Freundschaftsspiel gegen ein französisches Frauenteam veranstalten.


Doch im Mai 1924 endete die Berichterstattung des „Montags“ abrupt. Die Gründe dafür sind unklar. Die Geschichte des Ersten Wiener Damenfußballklub Diana kann für den späteren Zeitraum nur noch fragmentarisch dargestellt werden. Im „Montag“ finden sich in der Folge lediglich spärliche Hinweise auf weitere Aktivitäten des Klubs. So etwa die Notiz, dass Pipsi Krema, die aus dem Kurs hervorgegangen war, wegen des Wechsels von Ferdinand Swatosch zum Kölner BC im Sommer 1924, wahrscheinlich den Übungsbetrieb als Trainerin weiterführte.[4]
Im Juli 1924 fand im Rahmen eines Sportfestes auf dem Hertha-Platz in Wien Favoriten ein Frauenfußballspiel statt. Ähnliches folgte im August 1924 auf dem Ostmark-Platz in Wien Brigittenau. An beiden Festen nahm Diana teil. Wahrscheinlich führten diese Veranstaltungen nicht zu dem erhofften kommerziellen Erfolg, der für eine Weiterführung des Frauenfussballbetriebs nötig gewesen wäre. Auch kann das Erstarken des Frauenhandball- sowie des Frauenhockeysports in den 1920er Jahren Spielerinnen vom Fußballabgezogen haben. Diese Sportarten wurden von den jeweiligen Verbänden stark unterstützt, während eine solche Hilfestellung vom Fußballverband ausblieb.

Jedenfalls verschwand der DFC Diana Mitte der 20er Jahre aus der öffentlichen Berichterstattung und der Frauenfußball feierte erst Mitte der 1930er Jahre eine Wiederbelebung: 1935 gründet sich die Damen Fußballunion (DFU), aus der eine Gründungswelle an Damenfußballvereinen resultierte. Ab 1936 trafen die Frauenfußballvereine (DFC) Austria, Brigitta XX, Lichtental, Rapid, Schwarz-Weiß, sowie Tempo und Wien in einem geregelten Meisterschaftsbetrieb aufeinander, der bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung im März 1938 fortbestand. Dabei standen die genannten DFC Austria und DFC Rapid mit den bekannten Männervereinen in keiner Verbindung. Der DFC Diana begründete sich jedoch nicht mehr wieder.

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Erster_Damenfu%C3%9Fballklub_Diana