Samstag, 11. März 2023

Vergessene Favoritner Vereine

 Ein Verein, den es eigenständig nur zwei Jahre lang gab, war der FC Favoriten. Am 1.1.1935 in den Fussballverband aufgenommen, spielte er nur eineinhalb Saisonen lang, ehe er sich am 15.9 1937 dem FC Ajax anschloss. Spielort war (vermutlich, weil nicht gesichert) der Platz des Favoritner Lyon (Heute Leopold Böhm Park), welcher der erste Platz der Hertha Wien gewesen ist. Gespielt hat der FC Favoriten in der 4. Klasse B.





Blackpool - Burnley





 

Der nächste Gegner

 

Ein weiteres Bezirksderby steht an: Der Favoritner AC spielt gegen den SV Wienerberg(er). Der Verein, 1921 von Arbeitern der Ziegelfabrik im Gasthaus „Belle Gatti“ gegründet, hat in den letzten vier Jahrzehnten seine beste Zeit. In der Zwischenkriegszeit spielten sie auf einem Platz bei den Ziegelwerken, teilweise hatten sie drei Mannschaften im Einsatz. Besonders berühmt wurden sie nie, über die 1. Klasse B (nicht zu verwechseln mit der höchsten Spielklasse) kamen sie nie hinaus. Skandale gab es auch immer wieder, so wurde Wienerberg einmal vom Verband ausgeschlossen, musste sich kurzfristig in Viktoria X umbenennen um dann wieder als ASV Wienerberg weiterzumachen. Einer der berühmtesten Tormänner Österreichs, Walter Zeman, hat bei der Wienerberg begonnen. Den heutigen Platz bespielt die Wienerberg seit den 60er Jahren. Interessant ist, dass ich in meinem durchaus großen Fundus kein „altes“ Bild der Wienerberg gefunden habe. Spricht auch für sich.


In den letzten Jahren war Wienerberg zwar meist erfolgreicher als der FAVAC, konnte sich in der RLO zum Beispiel aber nie wirklich festsetzen und musste immer wieder den Fahrstuhl nach unten nehmen. Auch das Hinspiel verloren die Wienerberger gegen den FAVAC. Nun ist die Zeit gekommen zu zeigen, wer die Nummer 1 in Favoriten ist.



Leider Nein

 Gut gespielt, in Führung gegangen und doch verloren. Das ist die Kurzversion des gestrigen Spiels in Schwechat. Ein tolles, hochklassiges Spiel ging leider zugunsten der Schwechater aus. Aber wie es so schön heisst: Einmal der Gigerl, einmal der Gogerl ! Als Jäger sind wir besser !




Montag, 6. März 2023

Bilderreihe


 Wiener Stadtliga: FavAC schießt sich mit 7:2 zurück an die Tabellenspitze - Wien (meinbezirk.at)

Der nächste Gegner

 

Die Tabellenführung wurde im ersten Favoritner Derby in diesem Jahr eindrucksvoll erspielt, jetzt heisst es, weiter Abstand zur Konkurrenz zu bekommen. Am kommenden Freitag ist die erste Möglichkeit dazu. Wir fahren zur SV Schwechat nach Rannersdorf.

Schwechat hat – was wenige Leute wissen – eine sehr lange Fussballtradition. Schon 1896 wurde am dortigen Gymnasium Fussball gespielt, Wettspiele gegen die damals in Wien ansässigen Vereine veranstaltet und es gab mindestens zwei Fussballplätze in der Stadt. Einen davon kann man durch zeitgenössische Bilder am damaligen Areal der Schwechater Brauerei verorten, der andere ist der noch heute bestehende Phönixplatz, der wieder als Schulplatz verwendet wird.


Neues Wiener Tagblatt, 1896


Neues Wiener Tagblatt, 1898

Im Jahre 1899 entstand aus diesen vielen Mannschaften die Graphia, welche sogar am „Tagblattpokal“ teilnahm. Ein weiterer Verein war der ASK Schwechat, welcher 1903 gegründet wurde. Beide Vereine schlossen sich schließlich 1907 zur Germania Schwechat zusammen.

Bis zum Ersten Weltkrieg war die Germania einer der führenden Vereine in der Wiener Umgebung und beliebter Spielpartner der Wiener Vereine. Aber auch der Sunderland FC war in Schwechat zu Gast und gewann 5-0. Im letzten Friedensjahr vor dem Ersten Weltkrieg fand auch die erste Provinzmeisterschaft von Niederösterreich statt (also alle Vereine, die nicht im Wiener Stadtgebiet ansässig waren), Germania gewann in zwei Finalspielen mit 7-0 und 2-2 gegen die Stockerauer Sportvereinigung 1907. Mithin ist die Germania der erste niederösterreichische Meister der Fussballgeschichte.

Nach dem Ersten Weltkrieg spielte die Germania immer in den höchsten Spielklassen und konnte dort beachtliche Erfolge feiern. Mitte der Zwanzigerjahre ging der Stern der Gemania unter, sie zerbrach so nach und nach. Die Spieler wechselten 1927 in den VAFÖ zum SK Neukettenhof, wo sie bis 1934 blieben. Im Zuge der Auflösung des VAFÖ, der Februaraufstand war der Grund, fusionierten sie sich mit den Amateuren XI und nahm wieder den alten Namen Germania Schwechat an.

Illustriertes öst. Sportblatt, Germania Schwechat 1923

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der alte Germaniaplatz zerstört, der Verein wechselte zur Phönix Schwechat, die in den 30er Jahren vorübergehend als ASK Schwechat (hat nichts mit der alten ASK zu tun) firmierte. Nach dem Krieg benannte sich der Verein endgültig in Schwechater SC und später Schwechater SV um. Von 1961 bis 1966 waren sie unter diesen Namen in der Nationalliga A tätig und erreichten 1967 das Halbfinale des ÖFB Cups.

Diese ruhmreiche Mannschaft hat uns am Freitag um 19 Uhr in Schwechat-Rannersdorf zu Gast. 

Sonntag, 5. März 2023

Die Nummer Eins von Wien sind Wir....


 

Nachbetrachtung

 

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das gestrige Derby – erst zum zweiten Mal gegeneinander ausgetragen – war ein sehr emotionales. FAVAC, der Herzensverein gegen den FC 1980 Wien, dessen Sympathien und auch Freundschaft mir am Herzen liegt. Beide Vereine sind in Favoriten, der FC 1980 Wien in dieser Saison erstmalig in die Wiener Stadtliga aufgestiegen und das (letzte) Favoritner Urgestein, nämlich der FAVAC. Seit 1910 aus dem Fussballgeschehen in unserem Bezirk nicht wegzudenken. Zwei Herzen in einer Brust. Das erste Derby auf dem Platz des FC 1980 Wien war ein sehr umkämpftes, schließlich gewann der FAVAC etwas glücklich mit 4-3 und so konnte man darauf hoffen, dass das zweite Spiel, diesmal in der Kennergasse, ähnlich interessant wird. Immerhin waren ein Haufen Leute beider Vereine gekommen – die Mär, dass zum FC 1980 Wien Niemand kommt ist als „Urban Legend“ abzuhaken – und es ein ähnliches Fest werden würde, wie beim Hinspiel. Mit offenem Ausgang.


Dem war leider nicht so.

Das zweite Favoritner Derby zwischen dem FAVAC und dem FC 1980 Wien war leider eine vollkommen einseitige Angelegenheit. Zur Pause stand es bereits 4-0 für die Hausherren und auch in Halbzeit Zwo wurde es nicht wesentlich besser, obwohl die Gäste immerhin noch zwei Treffer aufholen konnten. Aber durch den – aus meiner Sicht nicht gerechtfertigten Elfmeter (der wohl eine Kompensation zum nicht gegebenen in Halbzeit Eins war) – ist das Spiel schon nach 55 Minuten vollkommen uninteressant geworden. Schade für die vielen Zuseher beider Mannschaften. Der Frustpegel bei den Gästen war dementsprechend hoch, keiner der Spieler konnte seine vorhandene Klasse ausspielen. Ein böser Unfall kurz vor der Halbzeitpause – Hüseyin Ademovic lag minutenlang (bewusstlos ?) am Boden – trug nicht gerade zur Stabilisierung des Spiels bei.

Ein Wort zum Schiedsrichter (auch wenn das jetzt etwas komisch klingt, da das Spiel so eindeutig war): Die beste Leistung der Saison, die ich in der Kennergasse gesehen habe. Ohne Wenn und Aber. Ein großes „BRAVO“ an Faruk Celebi. Tadellose Leistung. Respekt.

Zwei Herzen in einer Brust. Schauen wir einmal, wie es weitergeht.

Immerhin, der Tabellenletzte Post SV hat seine gewohnte Niederlagenserie wieder aufgenommen, ein 0-1 bei Austria XIII sorgt für eine souveräne Tabellenführung von Unten und so ist diese Gefahr nach wie vor nicht wirklich existent für den FC 1980 Wien.

Der FAVAC hingegen hat mit diesem überzeugenden Derbysieg (das Wort klingt immer noch komisch) die Spitze erklommen, da die SV Schwechat gegen Mannswörth nur 2-2 unentschieden gespielt und die Union Mauer bei der Wienerberg mit 1-3 verloren hat. Für Beide wird es nächste Woche nicht leichter, die Union Mauer muss zum FC Stadlau und die SV Schwechat hat uns zu Gast. Bestenfalls können wir mit einem Sieg auf 4 Punkte vorauseilen, was natürlich ein sehr eleganter Start in die Frühjahrssaison wäre. Aber schauen wir mal, dann werma es scho sehn !

Bis dahin gilt:

DIE NUMMER EINS VON WIEN SIND WIR !



Samstag, 4. März 2023

Derbysieg gegen 1980 Wien

Ein ganz besonders emotionales Spiel zu Meisterschaftsbeginn: FAVAC gegen den FC 1980 Wien. Viel hat man sich von diesem Spiel erwartet, eine enge Partie, viele Tore und ein gemütliches Beisammensein. Aber - all das ist nicht so eingetreten. Viele Tore - Ja, aber für den FAVAC. Mit 7-2 überrollen die Rotschwarzen den FC 1980, bis zur Pause waren bereits vier Tore geschossen, die Partie damit entschieden. Individuelle Fehler in der zweiten Halbzeit erhöhten den Spielstand auf 7-2 und machten dieses Derby zu einer vollkommen einseitigen Partie. 

Mit diesem Sieg, verbunden mit dem gestrigen Unentschieden der Schwechat und der heutigen Niederlage der Mauer bei Wienerberg ist der FAVAC wieder am Platz an der Sonne. 

Die Nummer 1 von Wien sind wir !